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Kieler Sommertheater : Tragödie vor traumhafter Kulisse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Sonnabend feiert das Sommer-Musical „Romeo & Julia“ am Kieler Seefischmarkt Weltpremiere. Wir durften bei den Proben dabei sein.

Die Geschichte ist uralt und trotzdem immer aktuell: Romeo & Julia. „Es ist eine der unzerstörbarsten Liebesgeschichten“, meint Kiels Intendant Daniel Karasek, der sie jetzt im Rahmen des Kieler Sommertheaters auf die Bühne bringt. „Romeo & Julia – Das Musical“ feiert am Sonnabend Weltpremiere auf der Freilichtbühne am Kieler Seefischmarkt. Anknüpfend an die großen Erfolge der Operninszenierungen der vergangenen beiden Jahre auf dem Rathausplatz sind bereits alle Vorstellungen ausverkauft. „Das sind auch Vorschusslorbeeren, die uns in die Pflicht nehmen, die Erwartungen unseres Publikums zu erfüllen“, so Karasek.

Hinter den Beteiligten liegt eine arbeitsintensive Zeit. Die Originaltexte Shakespeares wurden von Daniel Karasek und Kerstin Daiber in etwa zwei Monaten übersetzt, wobei trotz modernerer Wortwahl die Sprache und auch der Jambus Shakespeares erhalten blieb. Für die Musik zeichnen Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Daniel Faust (Ex-„Rosenstolz“) verantwortlich. Sie komponierten 15 Titel für das Musical. Im Gegensatz zu dem 2001 uraufgeführten französischen Romeo & Julia-Musical, dessen Musik dem klassischen Stil eines Andrew Lloyd Webber entspricht, kommt die Kieler Inszenierung poppig daher. „Es ist deutscher Pop, wie er besser nicht sein kann, zudem enthält das Stück wunderschöne Liebesballaden“, schwärmt Karasek, der die hervorragende Zusammenarbeit mit den Komponisten hervorhob. Der Kontakt zu ihnen wurde durch die Julia-Darstellerin Maxine Kazis hergestellt. Und die Musiker waren von Anfang an begeistert. „Das ist natürlich ein Traumthema. Als wir die Anfrage bekamen, waren wir sofort euphorisch. Wir haben uns bei einem Kaffee zusammengesetzt und haben sofort angefangen zu planen“, sagte Peter Plate. Die Zuschauer erwartet eine Liebesgeschichte, bei der trotz aller Tragik auch humorvolle Dialoge nicht fehlen, mit mitreißender Musik auf einer in ein wahres Farbenmeer getauchten Bühne – das wird beim Proben-Besuch schon deutlich. Ebenso überzeugend wie die Hauptdarsteller Maxine Kazis (Julia) und Johannes Merz (Romeo) agieren auch die restlichen Schauspieler glaubhaft – sei es in Dialogen oder auch in Szenen, in denen die beiden Sippen der Montagues und der Capulets aneinandergeraten. Sogar Ministerpräsident Torsten Albig spielt eine „staatstragende“ Rolle – wenn auch nicht live auf der Bühne, sondern in einer Szene in den Video-Projektionen von Konrad Kästner, die die Inszenierung begleiten.

Die 560 Plätze auf der Zuschauertribüne, etwa die Hälfte der Plätze der Rathausplatztribüne, bieten nebenbei auch einen Blick auf die Förde sowie auf einen romantischen Sonnenuntergang am Kieler Horizont, zumindest bei wolkenlosem Himmel. Empfehlenswert ist es allerdings eine Jacke oder einen Pullover mitzunehmen, denn recht frisch kann es abends am Wasser schon werden. Und wer keine Karte mehr bekommen hat: Zuhören kann man auf dem Seefischmarktgelände auch außerhalb des Bühnenbereichs und die Premiere am Sonnabend um 20.30 Uhr wird live übertragen – wie im vergangenen Jahr am Bootshafen und auf dem Vinetaplatz in Gaarden und, erstmals in diesem Jahr, auf dem Blücherplatz. Künftig wird im jährlichen Wechsel auf dem Rathausplatz und am Seefischmarkt gespielt. Was im kommenden Jahr ansteht, konnte Daniel Karasek noch nicht sagen. „Das wird noch diskutiert“, so der Intendant.

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