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Kiel : Toter Staatssekretär: Ermittlungen eingestellt

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Die Umstände bleiben ungeklärt: Im Januar 2013 wurde der Staatssekretär a. D. Ulrich Lorenz tot in der Kieler Förde gefunden. Die Kieler Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 10:35 Uhr

Kiel | Im Falle des tot in der Kieler Förde gefundenen Staatssekretärs a. D. Ulrich Lorenz hat die Kieler Staatsanwaltschaft die Untersuchungen zur Todesursache abgeschlossen - ohne die Todesumstände klären zu können. Lorenz war am 28. Januar 2013 durch Polizeitaucher aus dem eiskalten Wasser im Bereich der Hörn geborgen worden. Fest steht, dass er in den frühen Morgenstunden des 27. Januar 2013 ertrunken war. Es konnten keine Anzeichen dafür gefunden werden, dass auf den Verstorbenen zuvor mit körperlicher Gewalt eingewirkt wurde, teilte die Kieler Staatsanwaltschaft am Donnerstagvormittag mit. Das Verfahren wurde eingestellt.

Lorenz war am 27. Januar 2013, einem Sonntag, frühmorgens mit dem Zug von seinem Wohnort Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) nach Kiel gefahren, um in seiner Anwaltskanzlei in dem am Ende der Förde gelegenen Gebäudekomplex Hörncampus zu arbeiten. Kurz vor 7.00 Uhr traf der Zug am Hauptbahnhof ein. Danach verlor sich die Spur von Lorenz. Zwischen 7.00 und 7.18 Uhr soll er ertrunken sein. Der kurze Fußweg zur Kanzlei führt direkt am Hafenbecken entlang; im winterlichen Kiel war es damals glatt. Noch am Sonntag meldete die Familie den ehemaligen Staatssekretär als vermisst. Am Tag darauf bargen Polizeitaucher seine Leiche im Hafen aus einer Tiefe von vier Metern.

Ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung stellte die Staatsanwaltschaft ebenfalls ein. Hier waren die Ermittler dem Verdacht nachgegangen, ob ein Unbekannter Lorenz nicht in einer Gefahrenlage geholfen hatte. „Dieser Verdacht hat durch die Untersuchungen keine Bestätigung gefunden“, erklärte Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Lorenz galt als sehr kompetent und war weithin beliebt. Von 1989 bis 2009 arbeitete er in der Landesregierung, seit 2000 als Innenstaatssekretär. Nach dem Bruch der Großen Koalition wurde Lorenz 2009 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er arbeitete danach als Rechtsanwalt in einer Kieler Sozietät. 2012 war der Jurist bei den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und SSW als Berater und Gestalter aktiv. Unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme lehnte er es dann ab, Staatskanzleichef zu werden.

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