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Leiche am Nord-Ostsee-Kanal : Toter Rentner aus Kiel: 46-Jähriger vor Gericht

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Der Mann soll einen 82-Jährigen aus Kiel-Suchsdorf im Oktober getötet haben. Lange fehlte jede Spur vom Rentner.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 16:39 Uhr

Kiel | Knapp ein Jahr nach dem Tod vom 82-jährigen Klaus-Heinrich Just aus Kiel-Suchsdorf soll dem 46-jährigen Tatverdächtigen Stefan Ernst M. ab Mittwoch (20. August) der Prozess gemacht werden. M. wird vorgeworfen, Just am 4. Oktober 2013 getötet zu haben. Der Angeklagte war nach dem Verschwinden von Just schnell in das Blickfeld der Ermittler geraten – seine Frau arbeitete als Haushaltshilfe bei dem Vermissten.

Lange fehlte von dem Rentner jede Spur. Trotz intensiver Suche von Polizei und 20 Beamten der Mordkommission wurde die bereits verwesende Leiche des Rentners erst 18 Tage nach dessen Verschwinden per Zufall entdeckt. Ein sogenannter Geo-Cacher, der per GPS auf „Schatzsuche“ war, fand sie in einer Böschung nördlich der Alten Levensauer Hochbrücke am Nord-Ostsee-Kanal. Tage zuvor hatte ein Mantrailer-Spürhund die Beamten fast zum Fundort geführt. Doch er blieb auf der Hochbrücke stehen. Polizeitaucher und ein Hubschrauber suchten daraufhin im und am Kanal nach dem Vermissten, ohne ihn zu finden.

Im April klagte die Kieler Staatsanwaltschaft M. wegen Mordes aus Habgier und Verdeckung einer Straftat an. Er soll den 82-Jährigen ausgeraubt und dann getötet haben, um nicht entdeckt zu werden. Nach der Tat soll er insgesamt 2990 Euro mit den EC-Karten des Getöteten von Geldautomaten in Kiel, in Burglengenfeld in Bayern und in Alsleben in Sachsen-Anhalt abgehoben haben.

Die Staatsanwaltschaft will M. mit einer Vielzahl von Indizien überführen. Verteidiger Philipp Marquort hatte nach Bekanntgabe der Anklage angekündigt, der 46-Jährige werde wie bisher weiter zu den Tatvorwürfen schweigen. Für die Hauptverhandlung vor der 8. großen Strafkammer des Landgerichts Kiel sind bis zum 24. Oktober neun Prozesstage angesetzt.

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