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Rippenbrüche, innere Blutungen und Hämatome : Tote Schweinswale: Experten sehen Delfin als Täter

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Laut Obduktionsbericht wurden einige der verendeten Tiere schwer verletzt. Absolute Gewissheit gibt es jedoch nicht.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 11:51 Uhr

Kiel/Büsum | Experten machen den im vergangenen Jahr oft in Kiel gesichteten Delfin „Freddy“ für den Tod mehrerer Schweinswale in der Ostsee verantwortlich. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die an den Tieren festgestellten Verletzungen von einem Delfin verursacht wurden“, sagte Mitarbeiterin Stephanie Groß vom Büsumer Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung.

Laut jüngsten Berichten ziehen sich die Schweinswale vermehrt in die Defensive, um ihren übermächtigen Mitschwimmern nicht in die Quere zu kommen. Die Verhaltensänderung durch die neue Gefahr und die Interaktion mit den Delfinen wollen die Forscher weiter durchleuchten. Sollten die Delfine tatsächlich in der Ostsee ein neues Zuhause finden, dürften für die Schweinswale unruhige Zeiten des Versteckens anbrechen.

Sechs der Schweinswal-Kadaver aus deutschen Gewässern wiesen laut Obduktionsergebnis Rippenbrüche, innere Blutungen und Hämatome auf. Bereits in der vergangenen Woche hatte shz.de nach einem NDR-Bericht über das Obduktionsergebnis berichtet. „Allerdings starben nicht alle Schweinswale, die an der deutschen Küste gefunden wurden, durch die Delfinattacken“, sagte Ursula Siebert vom Institut dem Norddeutschen Rundfunk.

Absolute Gewissheit haben die Büsumer Experten nach Untersuchung der Kadaver aber nicht. „Da steht nicht Delfin drauf“, sagte Groß. Weder sei bei der Obduktion DNA eines Defins entdeckt worden noch wiesen die Tiere Zahnabdrücke von Delfinen auf, wie es sie in anderen Fällen gegeben habe. „Wir haben uns aber angeschaut, wo der Delfin wann war.“ Die toten Schweinswale seien zu diesen Zeitpunkten in jenen Gebieten gefunden worden.

In der Kieler Bucht waren seit September acht tote Schweinswale gefunden worden.

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