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190 Tage auf See : „Thor Heyerdahl“ bricht als „Klassenzimmer unter Segeln“ auf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

34 Schüler nehmen an der sechsten Reise des Projekts teil. Die Reise über rund 13000 Seemeilen führt bis nach Panama und Kuba und zurück.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 10:12 Uhr

Abschied nehmen hieß es am Sonnabend nicht nur für die 15-köpfige Stammbesatzung der „Thor Heyerdahl“ unter Kapitän Detlef Soitzek, sondern auch für 34 Schüler, die an der sechsten Reise des Projekts „Klassenzimmer unter Segeln“ (KUS) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg teilnehmen. Die 190-tägige Reise über rund 13 000 Seemeilen führt den Toppsegelschoner über Teneriffa und Grenada nach Panama und Kuba und von dort über die Bermudas und Azoren Ende April zurück nach Kiel.

Mit von der Partie ist auch Lea Müller (16) aus Ebermannstadt in Oberfranken, die bislang weder Bezug zum Meer noch zur Seefahrt hatte und sich an der Pier am Seefischmarkt von ihren Eltern Sybille und Andreas sowie von Bruder Hans verabschiedete. „Ich bin ziemlich aufgeregt und freue mich, dass es endlich losgeht“, sagte die Schülerin, die aber auch zugab, dass es ihr nicht ganz leicht falle, Familie und Freunde für einen so langen Zeitraum zurückzulassen. Besonders hart wird wohl, darin sind Eltern und Tochter sich einig, das Weihnachtsfest, das Lea irgendwo zwischen Grenada und Panama verbringen wird. Im Gegensatz zu Kapitän Soitzek, der schon gar nicht mehr weiß, wann er das letzte Weihnachtsfest an Land verbracht hat, ist es für die Familie das erste Mal, dass sie an den Feiertagen getrennt ist. Dennoch überwog die Freude, dass Tochter Lea bei der Reise in fremde Länder und zu fremden Kulturen dabei sein darf. „Ich erwarte, dass die Kinder Reise eine Läuterung erfahren und reifen“, sagte Vater Andreas. Und dass die Jugendlichen gereifter und erwachsener zurückkehren werden, versprach Projektleiterin Dr. Ruth Merk: „Und sie werden lernen durchzuhalten, auch wenn es mal hart wird.“ Das wird es auf dem Törn sicherlich das ein oder andere Mal, gehören neben Schulunterricht doch auch seemännische Aufgaben von Ausguck und Ruder gehen über Segel setzen und bergen bis hin zu Backschaft und „Reinschiff machen“ dazu. Aber erstmal hieß es Abschied nehmen. Die an Land gebliebenen Angehörigen und Freunde wurden belohnt mit dem traumhaften Bild der unter Segeln aus der Schwentine-Mündung auslaufenden „Thor Heyerdahl“.

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