Seenotrettung im Mittelmeer : Tender „Werra“ aus Kiel rettet 627 Flüchtlinge

Die deutsche Marine hat bereits 1710 Flüchtlinge vor der Küste Libyens aus Seenot gerettet.

shz.de von
25. Juni 2015, 12:39 Uhr

Kiel | Rettung in höchster Not: Am Dienstagabend hat die Besatzung des Tenders „Werra“ 627 Menschen (darunter 115 Frauen und 41 Kinder) aus dem Mittelmeer aufgenommen. Sie seien rund 50 Kilometer vor der libyschen Küste aus einem maroden Holzboot geholt worden. Die Aktion habe fast fünf Stunden gedauert, berichten die „Kieler Nachrichten“. Die Besatzungsmitglieder hätten die Flüchtlinge mit Wasser und Nahrung versorgt und in provisorisch hergerichteten Unterkünften an Deck untergebracht. Tarnnetze schützen die Geretteten vor der Sonne.

Die Bundeswehr ist seit Anfang Mai mit zwei Schiffen an der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer beteiligt. Im Rahmen der Seenotrettung im Mittelmeer retteten Schiffe der Deutschen Marine bis heute insgesamt 5673 Menschen – 4254 Männer, 1010 Frauen und 409 Kinder.

Das verlassene Holzboot wurde an ein Schiff der italienischen Marine ausgehändigt. Der Tender hat die Schiffbrüchigen im Hafen von Reggio Calabria an die italienischen Behörden am frühen Abend des 24. Juni übergeben. Der Tender war Anfang Juni zu einer Rettungsmission ins Mittelmeer aufgebrochen.

In diesem Einsatzgebiet wir der Tender „Werra“ eingesetzt.
Screenshot Homepage Bundeswehr
In diesem Einsatzgebiet wird der Tender „Werra“ eingesetzt.
 

Innerhalb weniger Tage hat die Deutsche Marine insgesamt 1710 Flüchtlinge vor der Küste Libyens aus Seenot gerettet. Das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigte, dass die Fregatte „Schleswig-Holstein“ bereits am Wochenende bei drei Einsätzen 1083 Menschen aus Booten geborgen hatte, darunter 146 Frauen und 112 Kinder.

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