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Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein : Tash setzt Geschäftsführerin Andrea Gastager ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Gegen Gastager ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Entscheidung des Aufsichtsrates war einstimmig.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 16:39 Uhr

Kiel | Der Aufsichtsrat der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH hat einstimmig beschlossen, die Geschäftsführerin der Tash (Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein) als Geschäftsführerin abzuberufen.

Der Wirbel an der Spitze trifft die Tash zu einem Zeitpunkt, an dem es ganz besonders auf die zentrale Marketinggesellschaft ankommt: Gerade erst hat sich Schleswig-Holstein eine neue Tourismusstrategie mit ehrgeizigen Wachstumszielen gegeben, die es jetzt mit Leben zu erfüllen gilt.

Vor dem Hintergrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurde sie bis auf Weiteres von ihrer Arbeitspflicht freigestellt, teilte die Agentur am Donnerstag per Pressemitteilung mit. Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bartsch erklärte die Entscheidung wie folgt: „Für die Mitglieder des Aufsichtsrates und die Mitarbeiter der Tash stehen Glaubwürdigkeit und Transparenz an erster Stelle.“

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen Gastager wegen des Verdachts der Untreue. Andrea Gastager, verantwortlich für die touristische Vermarktung des Landes, soll privat mit der Firmenkreditkarte eingekauft haben.  Oberstaatsanwältin Birgit Heß sagte vor gut einer Woche, als die Vorwürfe gegen Gastager bekannt wurden: „Die Geschäftsführerin soll die ihr seitens der Tash zur Verfügung gestellte Kreditkarte genutzt haben, um private Ausgaben im unteren vierstelligen Bereich zu begleichen.“

Aufgefallen ist das im Kieler Wirtschaftsministerium bei einer „Verwendungsnachweisprüfung“ für das Jahr 2014. Das Wirtschaftsministerium fördert die Tash mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr, kontrolliert daher regelmäßig, ob die Gelder zweckgebunden genutzt werden. Eine Stellungnahme wollte der Sprecher mit Rücksicht auf die Ermittlungen nicht abgeben. Nach Informationen des sh:z waren eine Reihe mit der Kreditkarte bezahlte Posten so offensichtlich nicht dienstlich, dass der Fall der Staatsanwaltschaft gemeldet wurde.

Begleitet von großen Hoffnungen der Touristiker des Landes war Gastager erst vor anderthalb Jahren einstimmig zur Geschäftsführerin der Tash gewählt worden. Sie löste Christian Schmidt ab, der zunehmend glücklos agierte und sich auf die regionale Ebene in seiner hessischen Heimat wegbewarb. „Frau Gastager ist eine hochkompetente und bundesweit gut vernetzte Expertin“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zum Amtsantritt der neuen Chefin. Der SPD-Politiker ist zugleich Präsident des Deutschen Tourismusverbands und hat touristische Weichenstellungen im Land zur Chefsache gemacht.

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