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Kiel-Holtenau : Tankschiff fährt gegen Schleusentor

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Pannen, Streiks und Reparaturen haben den Kapitänen auf dem Nord-Ostsee-Kanal schon viel Geduld abverlangt. Jetzt ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 09:23 Uhr

Holtenau | Nach der Reparatur eines beschädigten Schleusentores in Kiel-Holtenau können Schiffe den Nord-Ostsee-Kanal wieder problemlos passieren. Ein schwedisches Tankschiff war am Freitag gegen das seeseitige Tor der großen Südschleuse gefahren. Am Samstag sei eine Führungsleiste repariert worden und damit lasse sich das Tor wieder öffnen, sagte die Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Claudia Thoma.

Zum Zeitpunkt des Unglücks war die andere große Schleuse in Kiel, die Nordkammer, wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb. Aufgrund der Notsituation entschied das Wasser- und Schifffahrtsamt, die zweite Kammer vorzeitig zu öffnen. Jetzt seien vorerst beiden Schleusen in Betrieb.

Vermutlich wegen eines Stromausfalls sei die 150 Meter lange „Solero“ gegen die mittlere Führungsleiste des Schleusentores geprallt. In einer eiligen Reparatur sei der Schaden behoben worden, sagte Thoma. Ein Kran habe die 45 Meter lange Führungsleiste herausgehoben. Dann das drei Meter lange beschädigte Stück herausgetrennt und ersetzt worden.

Der Kanal ist seit Jahrzehnten sanierungsbedürftig. Die Schleusenanlagen in Kiel und Brunsbüttel stammen noch aus der Kaiserzeit. Die gut 100 Kilometer lange Wasserstraße verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um gut 400 Kilometer. Im August hatten auch Streiks an den Schleusen den Schiffsverkehr behindert.

Die Wirtschaftsverbände haben mehrfach gefordert, den Kanal zügig zu modernisieren und auszubauen. Die weltweit meistbefahrene künstliche Wasserstraße drohe zum infrastrukturellen Engpass zu werden, hieß es.

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