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Strassennetz der Zukunft : „Südspange Gaarden“ und „Ostring 2“ Kiel plant, Berlin entscheidet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Berlin wird in diesen Tagen der neue Bundesverkehrswegeplan aufgelegt, der den alten Plan von 2003 ablösen wird. Fraglich ist, ob er die „Südspange Gaarden“ und den „Ostring 2“ aufnimmt. Die Stadt muss sich überlegen, wie es im Südosten mit dem Ausbau der A 21, der jetzigen B 404, weitergehen soll.

„Informationen zum Ausbau der Autobahn 21“ hieß es gestern Nachmittag ganz trocken bei einer Veranstaltung im Ratssaal. Dahinter verbirgen sich brisante Fragen, die vermutlich seit Jahren Tausende von Autofahrern beschäftigen: Wie geht es mit dem Verkehr im Südosten der Stadt weiter, wann steht die Bundesstraße 404 endlich durchgehend vierspurig zur Verfügung? Vor allem: Wie sieht es mit dem Anschluss von B  4  /  B  404 an die heute schon überlastete B  76 am Barkauer Kreuz aus?

Die Bundesstraße 404 ist in weiten Teilen als vierspurige Strecke zur A  21 geworden. Bei Wellsee und Kronsburg existiert allerdings ein Nadelöhr, hier wird die Trasse auf eine Spur pro Fahrtrichtung verengt. Das städtische Tiefbauamt hat jetzt verschiedene Ausbau-Varianten vorgelegt – und damit einen Auftrag abgearbeitet, der noch aus dem Jahr 2010 datiert. Dass die Pläne so viel Zeit in Anspruch genommen haben, begründet Peter Bender, Amtsleiter seit zwei Jahren, mit der Komplexität der Materie. Natur und Umwelt, Städtebau und natürlich den Verkehrsfluss galt es gegeneinander abzuwägen.

So sieht der eine Vorschlag eine durchgehende A  21 bis zur B  76 vor, wobei eine östliche Abzweigung – quer durch die heutige Kleingartenanlage – direkt nach Gaarden führt. Diese sogenannte „Südspange“ soll ihre Fortsetzung dann auf einer Trasse neben der Bahnstrecke von Hein Schönberg finden. „Ostring 2“ ist bislang der technische Begriff für diese mögliche Entlastungsroute, hat doch auch der jetzige, 30 Jahre alte Ostring seine Kapazitäten längst erreicht.

Eine andere Variante wiederum sieht den Wellseedamm als Ausweichroute vor, ein weiterer Vorschlag verzichtet auf Nebenstraßen. Die Kostenkalkulation reicht von 20 Millionen bis zu 80 Millionen Euro, wobei Kiel den allerkleinsten Teil zu schultern hätte: Autobahnbau ist Bundessache.

Zufällig wird in diesen Tagen in Berlin der neue Bundesverkehrswegeplan aufgelegt, der den alten Plan von 2003 ablösen soll. Ob er die „Südspange Gaarden“ und den „Ostring 2“ überhaupt berücksichtigt, ist ebenso fraglich wie ein klares Votum der Ratsversammlung: Die Koalition von SPD, Grünen und SSW im Kieler Rathaus ist sich nämlich nicht einig über den Fortgang. Aber sie muss sich wohl auch gar nicht beeilen. Mit Olympia 2024 in Schilksee wäre es wohl schneller gegangen mit dem Projekt A  21, jetzt aber rechnen die Experten im Rathaus mit einer Fertigstellung frühestens im Jahre 2030.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 19:10 Uhr

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