Studie der Techniker Krankenkasse : Studenten in SH: Jeder Fünfte leidet an psychischen Störungen

Studierende Frauen sind fast doppelt so häufig von Depressionen betroffen als ihre männlichen Kommilitonen.
Studierende Frauen sind fast doppelt so häufig von Depressionen betroffen als ihre männlichen Kommilitonen.

Besonders viele Studenten im Norden fürchten sich nach einer Umfrage vor schlechten Noten. Das führt zu psychischem Druck und anderen Belastungen.

shz.de von
31. Juli 2015, 09:58 Uhr

Kiel | Bei rund 22 Prozent der Studierenden in Schleswig-Holstein wurde im Jahr 2013 eine psychische Störung diagnostiziert. Das berichtet heute die Techniker Krankenkasse (TK) in Kiel unter Berufung auf ihren aktuellen Gesundheitsreport.

„Die Auswertung zeigt, dass Studierende grundsätzlich weniger gesundheitlich belastet sind, seltener zum Arzt gehen und weniger Arzneimittel verordnet bekommen als ihre berufstätigen Altersgenossen. Einzig beim Thema psychische Störungen entfällt auf die Hochschüler ein größeres Arzneimittelvolumen als auf die Beschäftigten“, sagt Margarita Frank, Sprecherin der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein.

Mehr als vier Prozent der angehenden Akademiker in Schleswig-Holstein bekamen im vergangenen Jahr Antidepressiva verordnet. Im Jahr 2006 waren es noch 41 Prozent weniger. Auffällig sei, dass studierende Frauen fast doppelt so häufig von Depressionen betroffen sind und entsprechend mehr Medikamente verordnet bekommen als ihre männlichen Kommilitonen, heißt es in dem Bericht. Insgesamt haben 2013 knapp sieben Prozent der Hochschüler diese Diagnose erhalten.

Um mehr über den Gesundheitszustand und die Belastungen von angehenden Akademikern zu erfahren, hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK 1.000 Studierende befragt. Danach gab jeder Zweite (49 Prozent) in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern an, sich durch Stress erschöpft zu fühlen. Im Bundesdurchschnitt behaupteten das 44 Prozent.

Zu den wichtigsten Stressfaktoren gehören demnach Prüfungen, zu umfangreicher Lernstoff, finanzielle Sorgen und die Doppelbelastung von Studium und Nebenjob. Auffällig im Norden sei die ausgeprägte Angst vor schlechten Noten: Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Hochschüler fühlt sich hier davon unter Druck gesetzt, bundesweit sind es 26 Prozent, zeigen die Ergebnisse der Umfrage.

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