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Bad Segeberg : Streit um Haschisch: 28-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht

vom

Der Angeklagte kann sich nicht erinnern, zugestochen zu haben. Bei dem Streit ging es um Haschisch im Wert von 50 Euro.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2016 | 17:17 Uhr

Kiel | Im Streit um Haschisch im Wert von 50 Euro soll ein 28-Jähriger einen anderen Mann mit einem Dolchstoß getötet haben. Der Angeklagte habe in der Nacht zum 1. Mai in Bad Segeberg beim Aufeinandertreffen zweier rivalisierender Gruppen zugestochen und einen Menschen getötet, sagte der Staatsanwalt am Freitag. Die Anklage lautet auf Totschlag. Der 28-Jährige räumt zum Prozessauftakt vor dem Kieler Landgericht ein, den Dolch zu dem Treffen mitgenommen zu haben. Er erinnere sich aber nicht, zugestochen zu haben. „Ich wollte nie jemanden verletzen oder umbringen“, sagt er.

Er und das spätere Opfer kannten sich nach seinen Worten aus früherer Untersuchungshaft. Beide führten ihre jeweilige Gruppe an, als es zu der gewalttätigen Auseinandersetzung kam. Laut Anklage sprang das spätere Opfer dabei den Angeklagten von hinten an. Der habe sich umgedreht und zugestochen. Die Klinge drang demnach etwa 30 Zentimeter tief in den Körper des 25-Jährigen. Er verblutete am Tatort. Der Angeklagte floh und wurde wenig später festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Vor Gericht sagt der Angeklagte, er habe sich bewaffnet, weil „auch die Gegenseite bewaffnet war“. Er habe den Dolch auch drohend in die Luft gehalten. „Ich wusste, dass man damit jemanden verletzen kann,“ sagt der 28-Jährige. Die Situation habe sich hochgeschaukelt, die Stimmung sei wütend und aggressiv gewesen. „Ich war hochgeputscht,“ sagt er. An den tödlichen Stich aber habe er „keine Erinnerung und auch keine Erklärung“ dafür.

Nach Darstellung des Angeklagten hielt ihm das spätere Opfer zu Beginn des Aufeinandertreffens ein Messer an den Hals und drückte es gegen seine Kehle. Mit Pfefferspray habe jemand aus seiner Gruppe den 25-Jährigen zunächst außer Gefecht gesetzt.

Er selbst habe dann einen anderen Mann aus der gegnerischen Gruppe verfolgt, ihn aber nicht einholen können, sagt der Angeklagte. Als plötzlich jemand rief: „Pass auf, hinter Dir!“ sei alles rasend schnell gegangen. Er habe sich umgedreht und der 25-Jährige sei von ihm weggetaumelt mit den Worten: „Der hat mich angestochen“. Er selbst habe nichts mitbekommen, sagt der Angeklagte. Er habe auf seinem Messer auch kein Blut gesehen und sei geflüchtet. Wenig später stellte ihn die Polizei auf einem Dachboden unweit seiner Wohnung.

Auch für eine Kurznachricht an den Kumpel aus seiner Gruppe, der um die 50 Euro geschädigt worden war, hat der Angeklagte vor Gericht keine Erklärung. Darin heißt es, er habe zugestochen und „Das hab ich nur für Dich getan.“

Der Prozess wird am 21. Dezember fortgesetzt. Das Urteil könnte nach Planungen des Gerichts am 9. Januar verkündet werden.  

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