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Prozess in Kiel : Streit um Bordellführung: Angeklagte legen 40.000 Euro auf den Richtertisch

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Die Gewaltattacke liegt rund sechseinhalb Jahre zurück. Gegen 40.000 Euro in bar zog das Landgericht jetzt einen Schlussstrich. Die Nebenkläger sind nicht zufrieden.

Kiel | Ein mit Äxten ausgetragener Streit um die Führung eines Kieler Bordells hat gegen eine Barzahlung vor Gericht ein Ende gefunden. Die drei Angeklagten legten am Freitag in Kiel 40.000 Euro in Cash auf den Richtertisch. Gegen die Zahlung dieses Schmerzensgeldes und weiterer 5000 Euro an die Landeskasse stellte das Kieler Landgericht am achten Verhandlungstag den Prozess gegen sie ein. Der Entscheidung ging eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwalt und Verteidigung voraus. 

Die 31 bis 42 Jahre alten Männer sollen vor sechseinhalb Jahre im Streit um die Führung eines Kieler Bordells auf drei Brüder mit Äxten eingeschlagen und auch auf sie geschossen haben. Die Anklage lautete auf gefährliche Körperverletzung. Das Trio musste sich deswegen bereits vor dem Kieler Amtsgericht verantworten. Das jedoch verwies das Verfahren nach 20 Verhandlungstagen an das Landgericht. Begründung: Die Angreifer hätten möglicherweise den Tod der drei mutmaßlichen Opfer in Kauf genommen. Bei Verdacht auf ein versuchtes Tötungsdelikt beziehungsweise Beihilfe dazu ist das Schwurgericht zuständig.

Während die Angeklagten den Richterentscheid annahmen, zeigten sich die Nebenkläger nicht einverstanden. Doch sie haben juristisch keine Möglichkeit, den Beschluss anzufechten. Eines der Opfer ist seit dem Angriff im Mai 2009 nach eigenen Angaben erwerbsunfähig und lebt seither von Hartz IV. 

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erstellt am 04.Dez.2015 | 17:43 Uhr

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