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Stolperstein-Projekt an Schulen: "Gefühl für Nazi-Opfer bekommen"

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Kiel | Fünf Minuten Handarbeit, dann saßen die vier Stolpersteine in der Kieler Sternstraße nahe des Schrevenparks. Der Künstler Gunter Demnig verlegte gestern insgesamt 24 neue Messing-Mahnmale für die Opfer des Nazi-Regimes an elf unterschiedlichen Standorten in der Landeshauptstadt.

Insgesamt geben damit nun 170 Stolpersteine den Opfern der Massenmorde an den Juden in Kiel Namen. Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) bekundete im Namen der Ratsversammlung und der Landeshauptstadt Solidarität mit ihnen: "Wir sind uns der Verantwortung bewusst, wollen uns nicht davon befreien - und das soll mit den Steinen deutlich werden." Zudem verurteilte er eine NPD-Kundgebung, in Kiel zu der gestern rund 17 Anhänger und 80 Gegendemonstranten kamen.

Die Besonderheit des Stolperstein-Projekts in Kiel: Schülerinnen und Schüler zweier Gymnasien - der Humboldtschule und des Gymnasiums Altenholz - begleiteten den Künstler gestern. Die Zwölftklässler hatten den Lebens- und Leidensweg der Opfer recherchiert, trugen ihre Ergebnisse an den jeweiligen Standorten vor. Kalman, Bertha und Arnold Wilkenfeld sowie Taube Fraenkel lebten zuletzt in dem Haus mit der Nummer 16 in der Sternstraße, bevor sie verfolgt und Opfer nationalsozialistischer Gewalt wurden. Olivia Al-Hadry (18) von der Humboldtschule sprach einige Sätze zu der Familie. "Ich habe ein Gefühl für sie bekommen", sagte sie später. "Wir haben zur Recherche ja Akten gelesen, Bilder und Steckbriefe gesehen." Früher habe sie keinen persönlichen Bezug zu den Stolpersteinen gehabt. Das hat sich nun geändert. Mehr zum Projekt im Internet unter www.stolpersteine-kiel.de.

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