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Kiel

23. Oktober 2017 | 20:08 Uhr

Störche mit Nachwuchs-Sorgen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weil viele Paare erst spät aus den Winterquartieren heimkehrten, fehlte die Zeit für die Brut.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2016 | 07:03 Uhr

Kiel | In Schleswig-Holstein sind in diesem Jahr zahlreiche Weißstörche ohne Nachwuchs geblieben. Der Grund: Viele seien zu spät aus ihren Winterquartieren zurück gekehrt und hätten nicht mehr mit der Brut angefangen, sagte Nabu-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen. Und manchmal gab es durch die „Spätheimkehrer“ sogar ein blutiges Gemetzel, weiß Nabu-Storchenbetreuer Jörg Heyna.

Beispiel Satrup im Kreis Schleswig-Flensburg: Als das Männchen von 2015 dorthin am 10. Mai wieder zurückkehrte, entdeckte es in „seinem“ Nest einen Nebenbuhler beim Brüten. Der Spätheimkehrer vertrieb das fremde Männchen und zerstörte das Gelege, berichtete Heyna.

Zwei Wochen später in Hostrup in Angeln passierte Ähnliches. Als das Männchen dort am 22. Mai auf seinem Horst landete, war der Nachwuchs seines Nebenbuhlers bereits geschlüpft. Es tötete die vier Jungstörche und warf sie aus dem Nest. Für eigenen Nachwuchs mit den „untreuen“ Weibchen war es jedoch in beiden Fällen zu spät.

Kleine Störche sind nach dem Schlüpfen zuerst nur so groß wie eine halbe Faust und wiegen 70 bis 80 Gramm. Doch das ändert sich schnell, sagte Storchexperte André Rose vom Wildpark Eekholt. Die Küken werden in den ersten Tagen alle zwei bis drei Stunden gefüttert.

Dabei fressen sie zunächst nur Insekten und Würmer. Doch wenn ihr Schnabel groß genug ist, um Mäuse und Frösche zu schlucken, schleppen die Eltern auch die in ihrem Kropf heran – abwechselnd, denn im ersten Monat bleibt immer ein Erwachsener am Nest und hält Wache.

Der Storchennachwuchs hat nach sieben Wochen etwa die Größe seiner Eltern erreicht. Zwei Wochen später wird er flügge und beginnt mit den ersten Flugversuchen. Im Alter von drei Monaten sind die jungen Störche nicht mehr von ihren Eltern abhängig.

In Schleswig-Holstein hatte es im vergangenen Jahr 270 Storchenpaare gegeben, die insgesamt 502 Jungstörche großzogen. In diesem Jahr wurden im nördlichsten Bundesland rund 260 Storchenpaare gezählt. Wie viele Junge sie erfolgreich flügge bekommen, könne man noch nicht sagen, erklärte Nabu-Experte Thomsen: „Die Störche sind noch mitten in der Jungen-Aufzucht.“

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