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Umstrukturierung bei der schwedischen Reederei : Stena schließt Betriebsstätte in Kiel

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Das Routen-Management wird künftig in Rostock konzentriert. 47 Mitarbeiter in Kiel sind von den Plänen betroffen.

Kiel/Rostock | Böse Überraschung für die 47 Beschäftigten der schwedischen Reederei Stena in Kiel: Das Unternehmen baut seine Unternehmensstruktur in Deutschland um und schließt seine landseitige Betriebsstätte in Kiel zum Jahresende. Die Fährroute Kiel-Göteborg sei von der internen Umstrukturierung aber nicht betroffen, sagte Sprecher Martin Wahl am Dienstag in Kiel.

Die Fährverbindung von Kiel nach Göteborg ist eine der großen Routen aus Schleswig-Holstein über die Ostsee nach Schweden. Trotz der positiven Entwicklung der Linie bedeutet die Managemententscheidung eventuell die Arbeitslosigkeit für einige der 47 Mitarbeiter. 

Zuvor hatte Vorstandsmitglied Niclas Mårtensson die Mitarbeiter in Kiel über die Pläne informiert. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat stehen noch aus. Das Routen-Management in Deutschland will das Unternehmen künftig in Rostock konzentrieren. In Kiel soll aber ein neues Büro eröffnen. Wie viele der bisherigen Kieler Mitarbeiter dort einen neuen Job finden können, ist aber noch unklar.

Mårtensson bezeichnete die Route Kiel-Göteborg als wesentlichen Bestandteil des Streckennetzes der Reederei mit einer jahrzehntelangen Tradition, die das Unternehmen fortsetzen wolle. „Um sowohl diese als auch unsere weiteren deutschen Routen zukunftsfähiger zu gestalten, bündeln wir in Deutschland unsere Schlüsselfunktionen inklusive Route Management an einem Standort“, sagte er. Die Reederei bedient mit 34 Schiffen aktuell 22 Linien.

Bei einer Mitarbeiterversammlung am Dienstag sei es teilweise emotional zugegangen, sagte Reedereisprecher Wahl. „Wichtig ist uns aber: Für die Passagiere ändert sich gar nichts.“ Es handele sich demnach um eine „reine Managementscheidung“. Rostock liege aus Stena-Sicht strategisch günstiger.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) nahm die Entscheidung enttäuscht zur Kenntnis. „Die Entscheidung ist bedauerlich. Ich hoffe, dass sich für die betroffenen Mitarbeiter eine gute Lösung findet“, sagte er. Das Unternehmen habe der Stadt aber versichert, dass die Fährverbindung nicht gefährdet sei. „Das ist eine wichtige Botschaft.“ Die Route Kiel-Göteborg wurde 1967 aufgenommen. Sie entwickelt sich nach Wahls Angaben positiv. „Wir sind mit der Passagier-Auslastung der Schiffe sehr zufrieden.“ Im vergangenen Jahr reisten 386.000 Passagiere mit Stena zwischen Kiel und Göteborg. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der transportierten Fahrzeuge stieg um ein Prozent auf 98.000.

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erstellt am 22.Mär.2016 | 15:25 Uhr

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