Steht das Jugendsegelprojekt "Lovis" vor dem Aus?

Bald  ohne Traditionssegler-Status? Die 'Lovis'.  Foto: Privat
Bald ohne Traditionssegler-Status? Die "Lovis". Foto: Privat

Traditionssegler startet regelmäßig Törns von Kappeln aus / Heute Protestaktion im Kieler Hafen gegen strenge Auflagen

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01. Juni 2013, 03:59 Uhr

Kiel | Freiwillige haben den Traditionssegler "Lovis" aus Greifswald in jahrelanger Arbeit restauriert, viele Jugendgruppen sind auf ihm gesegelt, die Törns werden mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Doch mit dem Jugendsegelprojekt, das seit 13 Jahren regelmäßig von Kappeln aus in die Ostsee zu Törns startet, soll nun Schluss sein: Die Verkehrsberufsgenossenschaft will der "Lovis" den Status als Traditionsschiff entziehen. Mit einer bunten Aktion, Filmen auf dem gehissten Segel und einem überdimensionalen Schiffe-Versenken-Spiel will die Crew heute im Kieler Hafen (14 Uhr, Willy-Brandt-Ufer) dagegen protestieren.

Mit dem neuen Status wären erheblich höhere Auflagen verbunden, die für eine ehrenamtliche Crew nach eigener Aussage unerfüllbar sind. "De facto wäre das ein Verbot unserer erfolgreichen Arbeit", sagt Bootsfrau Annika Härtel: "Hier wird ein wichtiger Raum für Jugendliche willkürlich zerstört."

Jahrelang hat die "Lovis" das erforderliche Sicherheitszeugnis als Traditionssegler erhalten. Nun soll sie plötzlich, wie viele andere Traditionssegler, in eine andere Schiffsklasse eingruppiert werden, die aber eigentlich für kommerzielle Schiffe konzipiert ist. Die "Lovis" ist ein Nachbau der historischen "Wilhelm Lühring" unter Verwendung eines Originalrumpfes von 1897. Sie ermöglicht Jugendgruppen und Schulklassen, die ursprüngliche Seefahrt zu erleben und zu lernen. Die gesamte Crew arbeitet ehrenamtlich. "Es kann nicht in öffentlichem Interesse sein, dass dieses Engagement kaputt gemacht wird", sagt Härtel. Langfristig sei, so Härtel, das Bundesverkehrsministerium gefragt, eine neue Schiffsklasse für Schiffe wie die "Lovis" zu schaffen.Mehr Informationen: www.lovis.de

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