Bau-Ingenieure : Start frei – das Land wartet

Warme Worte zum Studienbeginn:  Ministerin Karin Prien und FH-Präsident Udo Beer (vorne) begrüßten die 57 angehenden Bau-Ingenieure.
Warme Worte zum Studienbeginn: Ministerin Karin Prien und FH-Präsident Udo Beer (vorne) begrüßten die 57 angehenden Bau-Ingenieure.

An der Fachhochschule Kiel beginnen 57 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung im neuen Studiengang Bau-Ingenieurwesen. In vier Jahren sollen sie ihren Abschluss machen – die großen Betriebe und Behörden sehnen sie heute schon herbei.

shz.de von
14. September 2018, 18:33 Uhr



Wenn das kein Versprechen ist!? „Super-Chancen“ für ihre künftigen Berufsaussichten bescheinigte Wissenschaftsministerin Karin Prien den Studenten im neuen Studiengang Bau-Ingenieurwesen. „Wahrscheinlich werden Sie alle schon vor dem Examen einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben“, prophezeite die Ministerin bei einer kleinen Vorstellungsrunde an der Kieler Fachhochschule (FH).

Man muss wissen: Bau-Ingenieure werden händeringend gesucht. Und zwar sowohl im Straßenbau als auch im Hochbau und im Wasserbau – traditionell eine wichtige Branche im Land zwischen den Meeren. Nicht nur die Autobahnplanung (Stichwort: A  20) leidet darunter, dass Fachleute fehlen. Auf Drängen der Wirtschaft und der großen Landesbetriebe hat die Landesregierung den neuen Studiengang ermöglicht. 500 000 Euro gibt es jetzt als Starthilfe, 2019 wird die Finanzhilfe des Landes auf eine Million steigen.

40 Plätze sollten es ursprünglich zunächst sein, 219 Bewerbungen gingen für den neuen Studiengang ein, 57 junge Frauen und Männer durften sich über die Zusage freuen. Viele von ihnen studieren dual. Das bedeutet: Sie arbeiten tage- oder stundenweise bei ihren alten Betrieben und erhalten dort auch Gehalt. Auf diese Weise verfahren auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV), die Gebäude-Management Schleswig-Holstein (GMSH) und der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN). Sie alle haben sich schon vor dem Studienstart Kontingente an den künftigen Bau-Ingenieuren gesichert.

FH-Präsident Udo Beer stellte auch den übrigen „freien“ Studenten Werkverträge in Aussicht: „Die Bereitschaft der Bau-Industrie ist groß.“ Beer zeigte sich stolz darüber, den ersten Jahrgang im neuen Studiengang begrüßen zu dürfen und verband das Willkommen auch gleich mit einem kräftigen Eigenlob: „Wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt, um diesen Studiengang zu realisieren.“ Selbst der Mangel an Fachräumen war kein echtes Hindernis. Fürs erste wurden ehemalige Flüchtlingscontainer aufs Ostufer gebracht und aufgehübscht – die angehenden Bau-Ingenieure haben ihr eigenes kleines Dorf auf dem Campus der FH.

Zu den künftigen 57 Experten zählen Anne Schlesselmann (22) aus Schillsdorf, Hanna Jöhnk (19) aus Bad Oldesloe, Sina Wernowski (24) aus Molfsee und Liv Maylan Sell (18) aus Kiel. Sie zeigten sich nach der offiziellen Begrüßung an der FH sehr angetan von den warmen Worten – und mehr als zufrieden mit den beruflichen Perspektiven. Keine Frage: Sie alle wollen in vier Jahren ihren Bachelor als Bau-Ingenieurin ablegen – auch wenn sie sich etwa bei Mathematik kräftig ins Zeug legen müssen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen