Kleine Loks, grosse Anlage : Ständig sind 30 Züge auf der Strecke

Die Gebäude in der Kulisse sind zum Teil der Fantasiewelt entsprungen, teilweise aber historische Nachbildungen.
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Die Gebäude in der Kulisse sind zum Teil der Fantasiewelt entsprungen, teilweise aber historische Nachbildungen.

Der Kieler Modelleisenbahnclub öffnet rechtzeitig vor Weihnachten seine 150 Quadratmeter große Anlage fürs neugierige Publikum. An insgesamt zehn Tagen im Dezember und im Januar können Gäste bestaunen, was die Miniaturwelt alles hergibt.

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07. Dezember 2017, 18:11 Uhr

Menschen laufen auf den Bahnsteigen umher, Züge schlängeln sich zwischen Fabriken und Fachwerkhäusern entlang. An anderer Stelle warten Schiffe an Schleusen neben den Gleisen. Eigentlich ein ganz normales Bild. Wären die Menschen nicht so klein wie Ameisen und die Waggons gerade einmal 30 Zentimeter lang. Auf der Anlage des Kieler Modelleisenbahnclubs (MEC) dreht sich alles um die kleinen, aber feinen Lokomotiven und ihre Anhänger. An den Wochenenden öffnet der Club jetzt wieder seine Türen für Besucher.

Knapp 40 Mitglieder tüfteln seit Jahrzehnten an der Anlage. Mit 150 Quadratmetern an Größe nimmt sie die Hälfte des Vereinsheims ein. Bereits seit 1957 treffen sich Kiels Modelleisenbahnfreunde in dem Club. 1000 Meter Gleis sind in dem Vereinsheim verlegt. 250 Weichen steuern die Fahrt der Züge. Erweiterungen der Anlage sind in den vergangenen Jahren aber schwierig geworden. „Momentan frischen wir hauptsächlich auf und verbessern“, erklärt Rüdiger Kaehn, der Vorsitzende, „Unsere Technik ist teilweise historisch. Viele Bauteile bekommt man heute nicht mehr.“

Deswegen wird die Anlage schrittweise erneuert. Immer, wenn etwas kaputt geht, weicht das alte Teil der neueren Version. Alles am Stück aufzurüsten, ist viel zu aufwendig. „Das würde zwei bis drei Jahre dauern“, so Kaehn. So teilen sich analog und digital gesteuerte Streckenabschnitte die Plattformen. Besonders fragil ist die Nachbildung des alten Wiker Gaswerkes. Ein Clubmitglied hatte das historische Stück aus seiner Erinnerung nachgebaut. „Das Material ist sehr empfindlich. Man darf nicht einmal Staub wischen, das könnte dem Bauwerk schaden“, erklärte Jürgen Mißfeldt, der MEC-Geschäftsführer.

Insgesamt besitzt der Club um die 75 Züge in der Nenngröße H 0, die jeweils zwischen acht und 18 Waggons führen können. Die Züge stammen aus verschiedenen Epochen. Von der historischen Dampflok über Diesel-Lokomotiven bis hin zum modernen ICE sind auf der Modellanlage alle Baureihen vertreten. Auf der Strecke können gleichzeitig aber nur rund 30 Loks samt Anhang fahren. Manche Züge sind drei Meter lang.

Wenn sie nicht unterwegs sind, stehen die Züge im sogenannten „Schattenbahnhof“. Bislang warten Loks und Waggons auf zwei Ebenen im Hinterzimmer auf ihren großen Einsatz. „Wir wollen aber noch eine dritte Ebene anschließen“, so Mißfeldt. „Dann könnten wir deutlich mehr Züge in der Warteschleife positionieren.“ Selbst fahren dürfen die Besucher die Züge auf der Anlage allerdings nicht. Die Stromzufuhr wird zentral gesteuert, das schaffen nur erfahrene Hände. Aber auf einer kleinen Kreisbahn können sich die Kinder und junggebliebenen Erwachsenen selbst versuchen.

DER MEC ÖFFNET seine Türen an der Pestalozzistraße 79 an den Adventswochenenden 9./10. sowie 16./17. Dezember. Außerdem an den drei Wochenenden 6./7., 13./14. und 20./21. Januar. Geöffnet ist sonnabends jeweils von 13 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro für Erwachsene, der Nachwuchs zahlt die Hälfte.

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