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Buchungsfehler : Stadtwerke sprechen von Einzelfall

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Kunde der Stadtwerke Kiel traute seinen Augen nicht. Er sollte für seinen Energieverbrauch künftig 785 Euro an monatlichen Abschlagszahlungen zahlen. Bisher waren es 181 Euro. Die Stadtwerke entschuldigen sich für diese Panne.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 18:12 Uhr

Helge Wohler (Name von der Redaktion geändert) staunte nicht schlecht, als ihm genau am letzten Tag des Jahres die Verbrauchsabrechnung der Stadtwerke Kiel in den Postkasten flatterte. Er hielt die Zahlen, die er dort las, für einen schlechten Silvesterscherz. Statt der bisherigen monatlichen Abschlagszahlung für Wasser, Strom und Gas in Höhe von 181 Euro soll er künftig 785 Euro zahlen – 330 Prozent mehr, als er bislang überwies.

Nach der ersten Aufregung schaute sich Wohler die Abrechnung genau an, die erstmals in einem neuen farbigen Layout daherkommt und dem Kunden das Überprüfen und Vergleichen leichter machen soll. Wohler wohnt in einem Reihen-Mittelhaus knapp hinter der Ortsgrenze in Klausdorf (Schwentinental).

Laut Abrechnung stieg der jährliche Stromverbrauch von 3148 auf 3225 Kilowattstunden (KWh), beim Gas waren es jetzt 12  085 statt 10    888 KWh. Und statt 70,6 haben die Wohlers 79,3 Kubikmeter Wasser benötigt. Alles in Allem Werte, die schon dadurch aufgefangen werden, dass die Stadtwerke Kiel künftig zwölf statt bisher elf monatliche Abschlagszahlungen verlangen.

Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster sprach gestern von einem „unglücklichen Einzelfall“. Man habe nach interner Prüfung die Ursache ermittelt. Es handle sich nicht um einen Computerfehler, sondern um die manuelle Falscheingabe eines Mitarbeiters, der schlichtweg den errechneten Wert um eine hintere Null ergänzt habe. Schuster entschuldigte sich ausdrücklich für das Versehen. Doch bei rund 200  000 Rechnungen jährlich könne man Eingabefehler nicht völlig ausschließen. Zudem werden ungewöhnlich hohe Rechnungen sowie Abschlagszahlungen über 1000 Euro automatisch von der Maschine aussortiert. Im Falle Wohler mit dem gut vierfachen Abschlagsbetrag habe diese Plausibilitätskontrolle nicht gegriffen. Schuster wörtlich: „Vielleicht müssen wir hier etwas nachjustieren.“

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