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Bilder im Netz : Stadthistorie zum Nulltarif

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Stadtarchiv im Rathaus stellt über 15 000 Fotografien zur Kieler Geschichte online. Ab sofort kann jeder Nutzer die Bilder kostenlos herunterladen – damit ist Kiel Vorreiter im Norden.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2015 | 18:36 Uhr

Mit diesem Projekt betritt das Stadtarchiv im Rathaus Neuland. Tausende historischer Fotos wurden in den letzten Monaten gesichtet, digitalisiert, beschriftet und schließlich ins Netz gestellt. Sie sind seit gestern öffentlich einsehbar, jeder Nutzer kann in der Sammlung stöbern und die Bilder kostenlos herunterladen.

Nach den Worten von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ist das Kieler Stadtarchiv die erste große Kultureinrichtung im Lande, die diesen ungewöhnlichen Kurs fährt. „Das ist ein Meilenstein“, lobte er. Schmunzelnd fügte er hinzu, dass die Bürger nun keine Schwierigkeiten mehr hätten, auf die wertvollen historischen Bestände zuzugreifen – im Rathaus ist das Stadtarchiv hochoben im fünften Stock nur über eine schmale Treppe zu erreichen.

Nach Schätzung vom Archiv-Leiter Johannes Rosenplänter und seinen Assistenten Jutta Briel und Christoph Freitag verfügt das historische Gedächtnis der Stadt über nahezu 2 Millionen Aufnahmen. 70  000 sind gegenwärtig digital erfasst, genau 15  411 sind seit gestern Mittag im Internetportal „Fotoarchiv Online“ einsehbar (www.stadtarchiv-kiel.de). Das älteste datiert vom 24. März 1848, stammt von Arthur Renard und zeigt den Jubiläums-Festzug des KMTV (Kieler Männer-Turnverein) auf dem Wilhelmplatz zur Erinnerung an die Erhebung der deutschen Schleswig-Holsteiner gegen Dänemark.

Der größte Teil der Online-Sammlung beruht allerdings auf der Hinterlassenschaft des Fotografen Friedrich „Fiete“ Magnussen, der die Entwicklung der Stadt nach dem 2. Weltkrieg jahrzehntelang mit seiner Kamera festgehalten hat. Die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte hatte das Magnussen-Negative übernommen und dann dem Stadtarchiv überlassen. Ihr Vorsitzender Jürgen Jensen freute sich gestern über das gestiegene Interesse an der Historie.

Damit nicht nur die Experten vom Online-Fotoarchiv profitieren, hat die Stadt eine öffentliche Vorstellung organisiert. Am Montag, 23. November, können sich alle Kieler um 18.30 Uhr im Schifffahrtsmuseum Fischhalle (Wall 65) über das Projekt informieren. Neben einer Einweisung gibt es auch einen Bildervortrag von Dieter J. Mehlhorn zum Thema „Olympia 1972 im Kieler Stadtbild: Gedanken eines Stadtplaners heute und in die Zukunft“.  

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