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Stadtmuseum : Stadtansicht mit politischem Inhalt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Fielmann AG stiftet Stadtmuseum ein Gemälde: Das Bild des Kieler Malers Wolperding ist Zeugnis der deutsch-dänischen Auseinandersetzungen von 1864.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Kiel | Das Kieler Statdmuseum ist um eine historische Stadtansicht aus Kiel reicher – und die ist ganz besonders. Es geht nicht nur um die maritime Landschaft, sondern auch um Politik. Gestiftet hat das Gemälde die Fielmann AG.

Seit Jahren unterstützt der schleswig-holsteinische Optiker-Riese Museen im Lande durch Stiftungen für deren Sammlungen. In Kiel sind dies insbesondere die Landesbibliothek, das Stadtarchiv – und eben das Stadtmuseum Warleberger Hof. Gestern war es wieder einmal soweit: Ali Arseven, Leiter der Kieler Fielmann-Niederlassung, überreichte der Direktorin des Stadt- und Schifffahrtmuseums Dr. Doris Tillmann im Beisein von Jürgen Ostwaldt, Kunsthistoriker bei der Fielmann AG, besagtes Gemälde des Kieler Malers Friedrich Ernst Wolperding (1815 – 1888).

Das Landschaftsgemälde zeigt Kiels Südseite aus der Ferne. Deutlich erkennbar das Schloss, die Nikolaikirche und der Speicher am Bootshafen sowie auf Reede liegende Schiffe der preußischen Flotte. Durch die auffällige Beflaggung der Stadt und der Schiffe in den Schleswig-Holstein-Farben erhält das Bild gar einen politischen Inhalt. „Das Besondere an dem Bild ist die genaue Datierung – 18. Oktober 1864“, erklärte Doris Tillmann. Es ist das Datum des 51. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig – damals ein offizieller Feiertag in Preußen – und gleichzeitig der Geburtstag des preußischen Kronprinzen, zu dessen Anlass die Beflaggung angeordnet war.

Das Gemälde ist ein Zeugnis der deutsch-dänischen Auseinandersetzungen des Jahres 1864. „Es ist das Bild einer politischen Zeitenwende in der heißen Phase der Loslösung Schleswig-Holsteins von Dänemark“, so die Museumsdirektorin. Der Kunsthistoriker Ostwaldt nennt es aufgrund der blau-weiß-roten Beflaggung angesichts der preußischen Flotte ein „politisches Bekenntnisbild“.

Wolperding war wie viele Kieler bekennender Schleswig-Holsteiner, für die die Angliederung an Preußen eine Enttäuschung war, weshalb man in der Stadt auch bei offiziellen Anlässen weiterhin die Schleswig-Holstein-Fahne aufzog, so wie auf dem Bild zu sehen. Das historisch bedeutende und bislang weitgehend unbekannte Gemälde Wolperdings war in Privatbesitz, wurde von Fielmann nach einem Hinweis von Museumsdirektorin Tillmann auf einer Auktion in Bremen ersteigert – und ist jetzt im Foyer des Stadtmuseums Warleberger Hof in der Dänischen Straße zu sehen.

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