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Kleiner Kiel : Stadt will teuren Schwimmsteg bauen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine 60-Meter-Stahlkonstruktion für 450 000 Euro: Das Grünflächenamt will den Kleinen Kiel im Frühjahr verschönern. Der Bauausschuss berät diese Woche darüber.

Der Kleine Kiel ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, sondern auch ein echtes Postkartenmotiv. Denn im Hintergrund ist oft das Kieler Rathaus zu sehen. Doch der zweigeteilte Stadtsee soll noch schöner werden – so plant es das Grünflächenamt. Als „großen Wurf“ bezeichnete die Stadt bereits die umfangreichen Pläne zur Entwicklung des Kleinen Kiels vor zwei Jahren. Das Gesamtpaket der Vision (Investition: 1,6 Millionen Euro) sollte nicht nur eine Röhricht-Bepflanzung des Binnengewässers beinhalten, sondern auch einen Bootsverleih, Rasentreppen, Pflanzeninseln und einen Bogensteg samt abendlich beleuchtetem Sitzobjekt. Allein – es fehlt am Geld. Doch Schritt für Schritt will die Stadt das Konzept jetzt umsetzen – nach Haushaltslage.

Der Röhrichtsaum wurde bereits angelegt, auch die marode Uferkante befestigt. Ab dem kommenden Frühjahr nun möchte das Grünflächenamt besagten Steg nahe dem Opernhaus bauen. Die Planung dafür ist bereits abgeschlossen. Allein dieses Element schlägt mit knapp 450  000 Euro zu Buche. Am Donnerstag berät nun der Bauausschuss darüber.

Das Projekt ist umstritten. Muss der Steg wirklich sein? Das fragten sich schon vor zwei Jahren die Kieler, als die Ideen im Rathaus vorgestellt wurden (wir berichteten). Ihre Kritikpunkte: Der Bau- und Unterhaltungsaufwand sei sehr hoch. Außerdem fehle an der vorgesehenen Stelle die Sonne – angelegt werden soll die bis zu sieben Meter breite und insgesamt 60 Meter lange Stahl-Konstruktion mit glasfaserverstärkten Kunststoffbohlen am Hiroshimapark am westlichen Ende des Binnengewässers.

Die Stadt selbst argumentiert mit ihrem Ziel, das direkte Umfeld der Altstadt ansprechender zu gestalten und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Der knapp über der Wasseroberfläche schwimmende, geschwungene Steg „soll das Gewässer erlebbar machen“, schreibt Bürgermeister Peter Todeskino in der Beschlussvorlage. Auch die kommissarische Leiterin des Grünflächenamts, Petra Holtappel, verteidigt die hohe Investitionssumme: „Luxus würde ich es nicht nennen. Der Steg ist ein Baustein zur Attraktivierung der Innenstadt.“ Die hochwertige Ausführung verringere den Pflegeaufwand.

Der Steg ist bereits mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen abgestimmt worden – es soll barrierefreie Zugangsrampen geben, die sich dem Wasserstand anpassen können. Auch ist die Summe bereits im laufenden Haushalt des Grünflächenamts eingestellt. Nur auf die vorgesehene beleuchtete Kunststoffbank verzichtet die Verwaltung aus Kostengründen zunächst. Sie soll etwa 100  000 Euro kosten und sprengt damit (noch) den Rahmen. Der Steg hingegen könnte schon im kommenden Sommer auf dem Kleinen Kiel schwimmen – wenn es denn grünes Licht dafür gibt. Petra Holtappel hält dies für „recht wahrscheinlich“: Das Gesamtkonzept ist ja bereits grundsätzlich beschlossen worden.“



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erstellt am 03.Nov.2015 | 06:03 Uhr

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