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Stadt will Britischen Yacht Club kaufen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Abzug der Briten wird Liegenschaft am Plüschowhafen ab April 2017 frei / Maritimer Standort mit Gewerbe- und Freizeitangeboten geplant

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Seit 70 Jahren trainieren die britischen Streitkräfte zwischen Holtenau und Friedrichsort das Segeln. Und „aus einer Besatzungsmacht wurden Freunde“, wie der Kieler SPD-Ratsherr André Wilkens betont. Die Briten indes wollen ihr Ausbildungszentrum mit dem British Kiel Yacht Club (BKYC) aufgeben. Das ist Teil ihres geplanten Abzugs der Einheiten aus Deutschland bis 2020 (siehe Infokasten). Was also wird aus der gepflegten Liegenschaft in seltener und begehrter Süd-Lage der Kieler Förde – auf 1,5 Hektar großem Areal, das der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehört? Die Stadt Kiel hat ein „Erstzugriffsrecht“. Sie will zugreifen.

Die Anlagen am Nordufer des Plüschowhafens haben eine gut ausgestattete Infrastruktur, wie Stadt und Kommunalpolitik längst erkannt haben. Von einem „Kleinod“ ist die Rede, auch von „wunderschönen Clubräumen“ – das wecke Begehrlichkeiten, so Ratsherr Wilkens. Zum Gelände gehören eine als erhaltenswert beschriebene Schiffsreparaturwerkstatt, ein Casino- und Bürogebäude sowie ein Steg mit mehr als 30 Liegeplätzen. Ab Frühjahr 2017 ist das alles frei, denn bis Ende 2016 sollen die letzten Segelkurse gelaufen sein.

Von der Bima will die Stadt den Standort daher gern kaufen, um ihn dann auf den Markt zu bringen. Die Idee: ein neues Segelquartier auf einem maritim-gewerblichen Standort mit Freizeitangeboten, ebenso sei Gastronomie denkbar. Die Ratsversammlung gab der Verwaltung jetzt einstimmig grünes Licht dafür. Vorausgesetzt, die Haushaltsmittel reichen.

Interessenten für die spätere Nutzung haben sich bereits gemeldet. Ein angedachtes „Zentrum Klassischer Yachtsport“ der Initiative des Freundeskreises „Klassische Yachten“ könne in Kooperation mit der benachbarten Werft Rathje „erheblich zur Profilbildung der Landeshauptstadt Kiel als Welthauptstadt des segelns beitragen“, schwärmt Bürgermeister Peter Todeskino. Als Mindestvorgaben nennt er etwa die Verwirklichung eines „musealen Bildungs- und Handwerksstandortes zum Thema Segelsport und Schiffsbau“ sowie einen öffentlichen (Wasser-) Zugang zum Gelände, das sich in der Nähe des MFG 5-Areals befindet. Auch die Sporthafen GmbH aus Kiel wird im Nutzungskonzept laut Beschluss der Ratsversammlung berücksichtigt werden. Sie hatte dies im Vorfeld angemahnt.

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