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Frisches Design : Stadt verpasst sich selbst neue Marke

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Spiegelt sich der Schriftzug – oder steht Kiel Kopf? Kiels Oberbürgermeister erwartet eine „lebendige Diskussion“ um das neue Logo. Es soll 2016 eingeführt werden.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 18:07 Uhr

Das rote Stadtwappen hat ausgedient. Zumindest auf den Briefköpfen der Landeshauptstadt Kiel – oder auf den Visitenkarten des Oberbürgermeisters. Ein blaues „Kiel“-Logo, das sich im Wasser spiegelt, löst das Wappen im Signet der Stadt nach 18 Jahren ab. Sobald die Ratsversammlung dies in ihrer kommenden Sitzung am 21. Januar entschieden hat.

Die neue Marke soll zukunftsweisend sein, ein maritim geprägtes Lebensgefühl ausstrahlen und vor allem ein neues Selbstbewusstsein einer modernen norddeutschen Großstadt zeigen, die sich besonders durch das Segeln, aber eben nicht nur dadurch charakterisieren lassen will. Denn der Slogan „Sailing City“ bleibt erhalten. Ein kleiner schwarzer Punkt zwischen „Sailing“ und „City“ soll jedoch dieses andere Selbstverständnis der Landeshauptstadt nach außen verdeutlichen, wie Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sagt: „Es ist der Anspruch, gerade nach dem Olympia-Aus – jetzt erst recht.“ Und er betont: „Wir sind eine City, nicht das Dorf hinter Hamburg. Segel-Hauptstadt waren wir schon vorher und sind es danach.“ Das stilisierte Segel von früher musste dennoch verschwinden.

Das alles hat sich die Kieler Werbeagentur „boy“ ausgedacht, die durch die polarisierende Landes-Kampagne „Der echte Norden“ bekannt wurde. Mit ihrem Entwurf hat sie nach Angaben der Stadt in einem mehrstufigen Auswahlverfahren eine 20-köpfige Jury „mit überwältigender Mehrheit“ überzeugt sowie sich gegen zwei andere Agenturen durchgesetzt. Kämpfer selbst ist begeistert: „Ich möchte die neuen Visitenkarten möglich schnell haben“, sagte er gestern bei der Präsentation der Marke im Rathaus.

Zum frischen Design gibt es eine Vorgeschichte. Es ist das Ergebnis eines Prozesses, der 2011 begann. Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Hochschulen, Marketing und Gesellschaft legten sich auf Botschaften fest, die sie vermitteln wollen: Kiel als „Stadt im Norden mit Lebensqualität, neuer Arbeitskultur, Bildung und Chancen sowie Dynamik und Balance am Meer“. „Sailing City“ sollte bleiben, aber breiter aufgestellt werden.

Insgesamt will sich die Stadt diese groß angelegte Veränderung 500  000 Euro kosten lassen – verteilt auf fünf Jahre. „Das sind keine Peanuts“, sagte Kämpfer. „Aber ich glaube, das ist es wert.“ Schließlich sollen weitere Institutionen wie Kiel-Marketing oder die Wirtschaftsförderer der KiWi, bei Interesse auch IHK oder Uni und weitere Multiplikatoren das Logo in die Welt tragen. Kämpfer erwartet jetzt eine „lebendige Diskussion“.

Bereits am Nachmittag schlug die neue Marke erste Wellen in den sozialen Medien im Internet,„Es ist authentisch und modern im Design“, schreibt Kiel-Marketing-Chef Uwe Wanger auf Facebook. „Gefällt mir gut“, lobt ein anderer Kommentator. Gegner meckern: „Kiel steht nicht nur auf dem Schlauch, Kiel steht jetzt auch noch auf dem Kopp.“ Ein anderer kritisiert: „Ich will, dass offizielle Dinge das Wappen tragen.“ Das bisherige Stadt-Signet mit Wappen und Schriftzug „Landeshauptstadt Kiel“ war 1998 eingeführt worden.

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