Zeremonie in Kiel : Stadt hat jetzt 35 neue „Stolpersteine“

Künstler Gunter Demnig verlegte gestern in der Innenstadt allein 15 neue Stolpersteine, die nun an drei jüdische Familien erinnern.
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Künstler Gunter Demnig verlegte gestern in der Innenstadt allein 15 neue Stolpersteine, die nun an drei jüdische Familien erinnern.

Der Künstler Gunter Demnig verlegte gestern erstmals allein15 Steine zum Gedenken an jüdische Familien an einem Ort. In Kiel weisen nun insgesamt 205 „Stolpersteine“ auf jüdische Nazi-Opfer in Kiel hin.

shz.de von
02. Oktober 2014, 06:18 Uhr

Mit der Verlegung von 35 neuen „Stolpersteinen“ hat sich die Landeshauptstadt gestern erneut vor den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus in Kiel verbeugt. Der Künstler Gunter Demnig war bei einer Premiere des Projekts dabei – zum ersten Mal wurden 15 der Messing-Steine an einem Ort ins Pflaster eingelassen. Direkt an der Sparkassenarena, am Kleinen Kuhberg, wird nun dreier jüdischer Familien gedacht, die dort gelebt haben und in Vernichtungslagern ermordet wurden – Familie Weber, Familie Weidmann und Familie Winzelberg. Gegenüber wurde bereits 2005 ein Roter Ahorn zum Gedenken an die Nazi-Opfer gepflanzt, auch eine Stele wurde damals errichtet.

Eine Besonderheit des Kieler „Stolperstein“-Projekts ist, dass Schüler den Lebens- und Leidensweg der Opfer recherchieren und ihre Ergebnisse während der Verlegung der Steine vortragen. Dieses Mal beteiligten sich Schüler der Max-Planck-Schule, des Beruflichen Gymnasiums und des Abendgymnasiums im RBZ Wirtschaft. Die Texte werden auch in Faltblättern und im Internet unter www.stolpersteine-kiel.de veröffentlicht.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) war gestern dabei – „kein schöner, aber wichtiger Anlass“, wie er sagte – und dankte der Gesellschaft für christliche und jüdische Zusammenarbeit, die das Projekt betreut. In Kiel gibt es nun insgesamt 205 „Stolpersteine“.

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