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Bau der „Sailing Yacht A“ : Staatsanwaltschaft: Werft Nobiskrug hat illegales Tropenholz verarbeitet

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Die Staatsanwaltschaft muss nun der Frage nachgehen, wer dafür verantwortlich ist. Das Holz wurde wohl auf „Sailing Yacht A“ verbaut.

Kiel/Rendsburg | Für die weltgrößte Segelyacht „Sailing Yacht A“ des russischen Milliardärs Andrej Melnitschenkoy ist nach Erkenntnissen der Kieler Staatsanwaltschaft illegales Tropenholz verwendet worden. „Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, und das Ergebnis ist eindeutig“, sagte Oberstaatsanwalt Alex Bieler am Mittwoch in Kiel. „Es handele sich um Holz, das nicht aus einer Plantage stammt“, so Bieler. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ berichtet.

Das mit 143 Metern längste Segelschiff der Welt machte in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen in Schleswig-Holstein. Erst war es ein Zwischenstopp in Norwegen zwecks Umgehung der Umsatzsteuer, dann folgte ein Zwangsstopp in Gibraltar wegen unbezahlter Rechnungen bei der Bauwerft. Noch immer schwebt der Vorwurf im Raum, auf der A sei illegales Tropenholz verbaut worden.

Bei einer Razzia am 14. März hatten die Ermittler Proben genommen. Nobiskrug hatte bestätigt, dass die Vorwürfe den Bau der „A“ betreffen. Schon im Oktober 2016 gab es Vorwürfe der Umweltschutzorganisation EIA (Environmental Investigation Agency), wonach illegal in Burma geschlagenes Teak-Holz auf dem Luxus-Segler verbaut worden sein soll. Das wurde damals von allen Parteien bestritten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz. Denn es handele sich laut Oberstaatsanwalt Axel Bieler nicht um Holz, das aus einer Plantage stammt.

Der EIA vorliegende Dokumente belegen, dass 1278 Stück Teakholz von Teak-Solutions in Spanien an die Rendsburger Traditionswerft geliefert wurden. Die EIA hatte sich für die Analyse der illegalen Holzströme als Holzhändler getarnt.

Gemäß der neuen Verordnung ist es verboten, Holz und Holzerzeugnisse aus illegal geschlagenem Holz auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr zu bringen. Holzeinkäufer müssen laut Holzhandelsverordnung EUTR Informationen über ihre Lieferanten und Kunden erbringen können, um die problemlose Rückverfolgbarkeit des Holzes zu gewährleisten und sie müssen die Fällgenehmigungen sowie die Holzquelle vorher prüfen. Ob den Käufern die illegale Herkunft des Holzes bekannt war, muss nun die Staatsanwaltschaft prüfen. Mit Ergebnissen wird frühestens in einem Monat gerechnet.

Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft auch wegen Geheimnisverrats ermittelt. Demnach hatten die „Kieler Nachrichten“ im März noch vor dem Start der geplanten Durchsuchung bei Nobiskrug erfahren. „Wir wissen noch nicht, wer derjenige war, der eine entsprechende Information weitergegeben hat“, sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler am Dienstag.

Den keilförmigen Dreimaster mit futuristischem Aussehen hatte die zu Nobiskrug gehörende Kieler Werft German Naval Yards für den milliardenschweren russischen Eigner Andrej Melnitschenko gebaut. Anfang Februar hatte das 143 Meter lange Schiff nach fünfjähriger Bauzeit die Fördestadt verlassen. Die „Sailing Yacht A“ soll nach Spekulationen um die 400 Millionen Euro gekostet haben.

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erstellt am 05.Apr.2017 | 15:15 Uhr

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