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Brandstiftung in Döner-Imbiss : Staatsanwaltschaft Kiel fordert elf Jahre Haft für Imbissbesitzer

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Das Feuer in dem Imbiss zerstörte das komplette Mehrfamilienhaus. Der 43-jährige Hauptangeklagte heuerte zwei Komplizen an, den Brand zu legen.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 16:53 Uhr

Kiel | Im Prozess um eine schwere Brandstiftung in einem Döner-Imbiss in einem Kieler Mehrfamilienhaus hat die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen gefordert. Der 43 Jahre alte Hauptangeklagte solle für elf Jahre hinter Gittern, beantragte die Staatsanwältin am Dienstag vor dem Kieler Landgericht. Der Imbissbesitzer sei der Drahtzieher des Feuers.

Das Feuer hatte am 29. Juni 2015 das Mehrfamilienhaus verwüstet. Eine Frau kam mit einer Rauchgasvergiftung in die Klinik. Bis zu 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Über 20 Bewohner mussten unter dramatischen Umständen gerettet werden. Das Haus wurde unbewohnbar.

Zwei 20 und 23 Jahre alte Mitangeklagte sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für dreieinhalb und fünf Jahre ins Gefängnis. Der 43-Jährige soll sie für jeweils 1500 Euro angeheuert haben, den Brand zu legen, um dadurch eine Versicherungssumme von rund 31.000 Euro zu kassieren. Er habe aus reiner Profitgier den Großbrand verursacht und zehn Mietparteien in Lebensgefahr gebracht, sagte die Staatsanwältin. Bis zu zehn Liter Benzin sollen die beiden jungen Männer über das Inventar verschüttet haben. Als sie ein Feuerzeug daranhielten, explodierte das Benzin-Dampf-Gemisch. Eine Feuerwalze raste sofort durch das vierstöckige Treppenhaus.

Bevor die noch schlafenden Bewohner merkten, was passiert war, habe ihnen das Feuer den Fluchtweg abgeschnitten, sagte die Anklägerin. Nur notdürftig bekleidet seien sie in Todesangst bei beißendem Qualm und großer Hitze auf die Balkone geflüchtet. Einige hätten sich sogar in die Tiefe stürzen wollen. Alle hätten Hab und Gut verloren. Das Feuer habe das Haus unbewohnbar gemacht. Der Schaden werde auf 1,4 Millionen Euro geschätzt.

Während die beiden Mitangeklagten schon vor dem Prozess gestanden hatten, hatte der Imbissbesitzer erst im Gericht eine Erklärung verlesen lassen. Darin wies er den Mitangeklagten die Hauptschuld an dem verheerenden Feuer zu. Doch seinen Einlassungen glaubte die Staatsanwältin nicht. Der Mann, der seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt, habe einem Mithäftling gestanden, dass er der Drahtzieher und Auftraggeber sei. Die Details, die er dabei nannte, habe nur der Täter wissen können. Die beiden jungen Männer hätten dagegen sofort gestanden, sagte die Anklägerin. Sie waren durch die Explosion und das Feuer selbst schwer verletzt worden, flohen aber zunächst. Für den jüngeren der beiden beantragte die Staatsanwältin Jugendstrafe. Der damals 19-Jährige sei in seiner Reifeentwicklung erheblich verzögert. Sie wies auch darauf hin, dass beide Männer ihr Leben lang Schadenersatz leisten müssten.

Das Verfahren wird am 29. Februar mit den Plädoyers der Verteidiger fortgesetzt. 

 

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