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Sommerschule : Spezial-Unterricht in den Ferien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Pauken in den Ferien – davon profitieren alle! Am Gymnasium in Wellingdorf gab es erstmals eine Sommerschule für schwächere Schüler, bei der auch der Lehrernachwuchs etwas lernen konnte. Das Fazit ist durchaus positiv. Wiederauflage im August 2015 geplant.

Schülern und Schülerinnen, die im Unterricht den Anschluss verpasst haben, eine „helfende Hand zu reichen“ und gleichzeitig dem Lehrernachwuchs die Möglichkeit zu geben, praktische Unterrichtserfahrungen zu sammeln – das ist das Ziel von Uwe Borstelmann, Leiter des Gymnasiums Wellingdorf in Kiel, und seinem Team.

In Amerika gibt es sie längst, in Baden-Württemberg auch – die Sommerschule. In Kiel pauken in diesem Jahr erstmals 18 Schüler in den letzten beiden Ferienwochen am Gymnasium Wellingdorf zusammen, um in Kleinstgruppen ihre Kenntnisse in den Fächern Französisch, Mathematik und Englisch aufzubessern. Organisiert wurde das Projekt von Brigitte Kerkhoff und Gabriele Schwabe. Das Angebot richtet sich an leistungsschwache Schüler der Klassen 6 bis 8. Hier sei die Gefahr, wegen der Pubertät in der Schule nicht mehr die erforderliche Leistung zu bringen, besonders groß, so Borstelmann. Unterrichtet werden die Sommerschüler bis einschließlich heute von neun Studenten und einer ehrenamtlich arbeitenden ehemaligen Schulleiterin täglich zwei Stunden vormittags.

„Kein Firlefanz, sondern Grammatik“, das ist die klare Ansage von Finn-Lukas (13), der seine Englischkenntnisse auf den neuesten Stand bringen will. „Es ist gut, alles noch einmal zu wiederholen, sonst vergisst man alles in den Ferien“ – Inga (13) ist sicher, dass sie ab sofort keine Probleme mehr mit den englischen Zeiten haben wird. Die Sommerschule hilft ihnen, wieder neues Selbstvertrauen zu gewinnen und aus dem Teufelskreis des Stigmas des schlechten Schülers wieder herauszukommen. Sommerschullehrein Nathalie (24), Studentin der Sportwissenschaft und Anglistik, schätzt die Möglichkeit, Routine in der täglichen abwechslungsreichen Unterrichtsvorbereitung zu bekommen.

Ob das Erlernte auch zu einem nachhaltigen Erfolg führen wird, werden die nächsten Monate zeigen. Die Balance zwischen Erholung und Spaß auf der einen Seite und dem Lernen auf der anderen Seite, das ist Uwe Borstelmann besonders wichtig. Er ist überzeugt davon, dass ein Kind, das weiß, dass es nach den Ferien gut in der Schule mitkommen wird, die Ferien auch besser genießen kann.

Einzigartig in Deutschland dürfte die enge Kooperation des Gymnasiums Wellingsdorf mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in der Lehrerausbil-dung sein. Uwe Borstelmann kündigte an, dass es Gespräche gibt, die honorierte Tätigkeit der studentischen Sommerschullehrer als Praktikum anzuerkennen. Er lobte das besondere Engagement der Studenten und stellte in Aussicht, besonders engagierten Sommerschullehrern Praktika und Jobchancen an seiner Schule zu ermöglichen. Denkbar seien auch Projekte in naturwissenschaftlichen Fächern und der Einsatz leistungsstarker Schüler als Sommerschullehrer als eine Form der Begabtenförderung. „Platz genug gibt es hier in den Ferien“, sagte Uwe Borstelmann. „Die Räume brennen darauf, genutzt zu werden!“ Die Sommerschule wird es auch im nächsten Jahr wieder geben. Sie beginnt am 17. August 2015.


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