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Leukämie : Spezial-Therapie für kranken Felix (21)

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heute beginnt die Stammzell-Transplantation für den Kieler Felix Martey Seth. Er ist geschwächt, der Termin verzögerte sich durch eine Sepsis und Herzprobleme - doch die Familie ist optimistisch, dass er wieder gesund wird.

Seit Anfang des Jahres lebt Felix Martey Seth (21) mit dem Wissen, dass nur eine Stammzellspende ihn retten kann. Der junge Kieler ist an Leukämie erkrankt – in der Landeshauptstadt wurde sein Fall durch die große Unterstützung vieler Kieler bekannt, als Felix’ Familie und Freunde eine Typisierungsaktion organisierten. In der Zwischenzeit wurde eine Spenderin in den USA gefunden – doch dann wurde es für mehrere Wochen sehr still um Felix. Jetzt gibt es gute Nachrichten – es geht für ihn endlich weiter. Heute sollen ihm die Stammzellen transplantiert werden.

Wie geht es Felix gerade? Im Gespräch mit seiner Mutter Cordula Seth wird klar: Der junge Mann ist zwar geschwächt, aber optimistisch. „Es läuft in gute Bahnen“, sagt sie. Seit Anfang vergangener Woche wurde ihr Sohn mit einer speziellen Chemo-Therapie auf die Transplantation vorbereitet. „Dieses Mal hat er nicht solche starken Begleiterscheinungen wie in den früheren Chemo-Therapien“, berichtet Cordula Seth. „Er hat Appetit, macht Witzchen, ist gut gelaunt.“ Gestern durfte er einen Tag pausieren, bevor es heute losgeht: Wie bei einer Bluttransfusion bekommt er die Stammzellen, berichtet seine Mutter. Innerhalb von drei Wochen sollen sie anwachsen – eine entscheidende Phase.

Doch Felix’ Zustand gilt insgesamt als kritisch. „Sein Herz ist schwach“, berichtet Cordula Seth. Ihr Sohn litt in den vergangenen Wochen an einer Sepsis, einer Blutvergiftung. Sie vermutet, dass die Sepsis durch den Verlauf seiner Erkrankung eingetreten ist – und dadurch auch sein Herz beeinträchtigt wurde. Es pumpt derzeit mit nur 30 Prozent seiner Leistung. Sport ist deshalb tabu. Der junge Kieler hat zudem Gewicht verloren. All dies hat die bevorstehende Behandlung für mehrere Wochen verzögert. Felix befindet sich bereits seit Anfang Juni im Mildred-Scheel-Haus des Universitätsklinikums. Dort päppelt ihn das Personal auf. Mehr noch: „Die Ärzte haben sich sehr bemüht, für ihn die passende Chemo zu finden“, sagt seine Mutter. Sie sei sehr zufrieden und Felix auch: „Er vertraut den Ärzten.“ Ihr Sohn sei zudem in einer guten psychischen Verfassung. „Er will das schaffen, egal wie schmerzhaft die Behandlungen sind“, so Cordula Seth, die selbst wegen einer Infektion mehrere Tage lang zu Hause bleiben musste, ihren Sohn in der vergangenen Woche nicht immer sehen durfte. Denn das Immunsystem des Patienten ist durch die Behandlung stark heruntergefahren worden, Felix Martey Seth ist dadurch anfälliger gegenüber Infektionen, wird im Krankenhaus abstreng geschirmt.

Die Familie versucht, realistisch zu sein, aber Felix Mut zuzusprechen. „Ich habe ihm gesagt: ‚Wir haben nur diese Chance, dass du wieder gesund wirst‘“, so Corsula Seth. Felix müsse da nun durch. „Denk nur noch daran, was für schöne Dinge du vorhast“, gibt die Mutter ihrem kranken Sohn mit auf den Weg. Und da gibt es viele Dinge. Zunächst einmal möchte der 21-Jährige gern zu Hause sein, sich wirklich ausruhen können. Am PC sitzen,sich abends mit Freunden treffen, spazieren gehen, erzählt seine Mutter. Auf lange Sicht hoffe er darauf, mit seiner Tante Urlaub in Cornwall machen zu können – „ein Plan für nächstes Jahr“, sagt Cordula Seth. Natürlich wolle er auch Zeit mit seiner Freundin verbringen, die ihm ständig zur Seite steht. Sie ist eine von vier Personen, die ihn besuchen dürfen.

Felix’ Mutter: „Ich hoffe, dass er in sechs Wochen entlassen werden kann.“

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erstellt am 12.Aug.2014 | 06:56 Uhr

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