Größte inklusives Sportevent Deutschlands : Special Olympics in Kiel – tolle Erlebnisse, gute Wettkämpfe und viel Freude

Die Universität Kiel unterstützt die Bewerbung für Special Olympics Weltspiele 2023 in Deutschland.

Die Universität Kiel unterstützt die Bewerbung für Special Olympics Weltspiele 2023 in Deutschland.

4600 Athleten mit geistiger Behinderung gehen bis Freitag an den Start. shz.de hat sechs von ihnen besucht.

shz.de von
15. Mai 2018, 18:32 Uhr

Kiel | Die Special Olympics sind eine der größten Sportveranstaltungen in Kiel in diesem Jahr. Rund um die Sportstätten sowie an weiteren Orten in Kiel finden im Laufe der Woche Wettkämpfe statt. Im Fokus stehen nicht nur die sportlichen Leistungen der Athleten, sondern der Spaß und das Gemeinschaftsgefühl. Ganz unter dem Motto „Gemeinsam Stark“ treten die Athleten in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an. Selbstverständlich spielen die Emotionen dabei eine entscheidende Rolle. Die Vorbereitungen und die Erwartungen an die Special Olympics stehen im Vordergrund. Neben dem Sieg hoffen die Sportler auf tolle Erlebnisse, gute Wettkämpfe und viel Freude.

Hintergrund: Die Special Olympics

Bis zum kommenden Freitag gehen bei der größten inklusiven Sportveranstaltung Deutschlands unter dem Motto „Gemeinsam stark“ über 4600 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung in 19 Disziplinen und dem wettbewerbsfreien Angebot an den Start.

Die Großveranstaltung findet unter anderem in den Sportstätten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und auf dem nahegelegenen Nordmarksportfeld statt.

Vom 14. bis zum 16. Mai tagen parallel zu dem Sportereignis Forschende beim Kongress „Lebenswelten inklusiv gestalten“. Die Tagung ist eine Kooperation von CAU und Special Olympics Deutschland.

Als Partneruniversität des Spitzensportes unterstütze die CAU ausdrücklich die Bewerbung für Special Olympics Weltspiele 2023 in Deutschland.

 

„Wir sind ein Team“

Andreas Ayuk Nehong, 26 Jahre, Fußballer aus Stuttgart

Andreas Ayuk Nehong.
Lisa Reschka
Andreas Ayuk Nehong.
 

Der 26-jährige Andreas ist mit seinem Team aus Stuttgart für die Spiele angereist. Bereits in seiner Kindheit entwickelte er eine Leidenschaft für Fußball. So kickt er auch gerne in seiner Freizeit mit Freunden. An den Special Olympics hat er in den vergangen Jahren bisher dreimal teilgenommen. Die ersten Spiele in diesem Jahr waren erfolgreich für seine Mannschaft.

Zur Vorbereitung hält sich der Fußballer mit regelmäßigem Joggen und Fitness fit. Er rät: „Man muss schauen, dass der Spieler im Vorfeld nicht verletzt ist. Wichtig ist dabei mit Fitness Muskelkater vorzubeugen.“ Die Aufregung spielt für den leidenschaftlichen Fußballer keine Rolle. Als Ziel verfolgt der Sportler mit seinem Team, den Sieg mit nach Hause zu nehmen. Dabei ist der Gruppenzusammenhalt von oberster Priorität. Getreu nach dem Motto der Special Olympics sagt Andreas: „Wir sind ein Team, keiner ist perfekt und gemeinsam sind wir stark. Wir wollen kämpfen, um den Pokal zu gewinnen!“

„Mit Sunrise Avenue zu den nationalen Spielen nach Abu Dhabi“

Victoriya Shkolnikkova, 26 Jahre, Judo, aus Baden Württemberg

Victoriya Shkolnikova.
Lisa Reschka
Victoriya Shkolnikova.
 

Unter den Teilnehmern ist auch die 26-Jährige Judokämpferin Victoriya aus Baden Württemberg. Sie kämpft nicht nur um den Sieg, sondern um die Qualifikation für die Weltspiele in Abu Dhabi. Um diese zu erlangen, hofft sie auf eine Nominierung. Dafür versucht sie, den ersten Platz zu erreichen. Vor den Wettkämpfen ist sie meistens nicht aufgeregt, sondern sieht das Turnier eher gelassen. Begleitet von ihrem Trainer und ihren Judokollegen lässt sie sich nicht unter Druck setzen. Über ihren Trainer berichtet sie stolz: „Mein Trainer unterstützt und motiviert mich, immer mein Bestes zu geben.“

Sollte die Aufregung doch einmal zu groß werden, hört sie vor den Wettkämpfen Songs ihrer Lieblingsband Sunrise Avenue. Judo nimmt dabei für die junge Sportlerin eine besondere Rolle im Leben ein. „Es ist eine hervorragende Sportart um nach der Arbeit Stress abzubauen“, sagt die 26-Jährige lächelnd. Der Sport bereitet ihr viel Spaß und gibt ihr Kraft. Bei dem sonnigen Wetter genießt Victoriya mit ihren Teamkollegen Kiel in vollen Zügen. „Ich mag die Stadt sehr, vor allem die Altstadt gefällt mir.“ 

„Geballte Frauenpower aus Neumünster“

Christina Omnitz, 45 Jahre, Sabine Höhner, 48 Jahre, Ilona Schulz, 45 Jahre

Die Frauenmannschaft aus Neumünster.
Lisa Reschka
Die Frauenmannschaft aus Neumünster.
 

Die Special Olympics bieten genügend Raum, um mit Klischees und Vorurteilen aufzuräumen. So lässt sich nicht ausschließlich das männliche Geschlecht für die Sportart Fußball begeistern. Die Frauenmannschaft aus Neumünster zeigt, dass auch Frauen mit Power und Stärke die Sportart ausleben können. Stellvertretend dafür stehen die drei Frauen Christina, Sabine und Ilona aus Neumünster. Für ihre Mannschaft kämpfen die drei Sportlerinnen um jeden Ball. Frei nach der Devise: „Wir wollen gewinnen.“ Vom Ehrgeiz gepackt geben die Athletinnen bei jedem Spiel ihr Bestes. Dabei wird für den Erfolg einmal in der Woche trainiert.

Mit Stress versuchen die Teammitglieder gelassen umzugehen. Doch auch mit Niederlagen hat die Frauengruppe gelernt sich zu arrangieren. „Beim nächsten Mal wird es besser“, lautet ihr Leitsatz für das nächste Spiel. Niederlagen werden mit Humor aufgenommen und die Teilnahme steht an oberster Stelle. Neben dem Fußball freuen sich die Sportbegeisterten darauf, endlich ihr Tanzbein zu schwingen. „Wir freuen uns jetzt schon auf die Athletendisko.“

„Alle Mann an Bord Wasserratten!“

Sabine, 41 Jahre alt, Lübbecke, Nordrhein-Westfalen

Sabine Schwarze.
Lisa Reschka
Sabine Schwarze.
 

Bei den diesjährigen Spielen finden sich unter den zahlreichen Athleten auch einige Wasserratten. Eine von ihnen ist Sabine Schwarze. Die 41-Jährige aus Lübbecke in Nordrhein-Westfalen ist gemeinsam mit ihrem Team angereist und nimmt zum ersten Mal teil. Bei vorherigen Landes- und Regionalmeisterschaften konnte sie bereits mit ihrem Talent glänzen. Sabine erzielte dort einige Gold- und Silbermedaillen.

In den Disziplinen 100 Meter Rücken und 50 Meter Brust geht die Schwimmerin an den Start. Für die Spiele in Kiel hofft sie, an ihren Erfolg anzuknüpfen. Für die Vorbereitung auf die Wettkämpfe trainiert sie eifrig und hört dabei Songs der 80er und 90er. Die Musik und das Schwimmen sind ihre größten Leidenschaften. Die Wassersport-Begeisterte erwartet, neben dem Ehrgeiz ihres Teams, Zusammenhalt und viele Siege. „Von meinem Team erhoffe ich mir, dass wir alle unser Bestes geben. Ich wünsche mir mit Medaillen auf dem Siegertreppchen zu stehen.“

Für Aufregung hat die 41-Jährige keine Zeit, stattdessen genießt sie das sonnige Wetter. Ebenfalls findet sich der Grundsatz: „Gemeinsam sind wir stark!“ der Special Olympics, in ihrer Sporteinstellung wieder.

Die Autoren dieses Textes sind Studenten der Christian-Albrechts-Universität und berichten für uns von den Special Olympics.

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