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Sport in Kiel : Special Olympics 2018 an der Förde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

4000 Athleten aus dem gesamten Bundesgebiet messen sich im nächsten Jahr in der Landeshauptstadt. Die Sportler: Menschen mit geistiger Behinderung.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 19:53 Uhr

Traut sich Kiel das zu und wollen wir das? – Diese Frage stellten sich die Stadtoberhäupter, nachdem die Organisation „Special Olympics Deutschland“ (SOD) Kiel als Ausrichter der Nationalen Sommerspiele 2018 für Sportler mit geistiger Behinderung vorgeschlagen hatte. Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, berichtete Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gestern bei der Vertragsunterzeichnung zur Zusammenarbeit der Landeshauptstadt mit der SOD: „Kiel ist eine Sportstadt, das sind wir beim Segeln, beim Fußball und beim Handball.“ Vor allem aber, betonte Kämpfer, sei Kiel schon immer eine Stadt gewesen, der Inklusion wichtig sei.

Die Unterschriften von Stadtrat Gerwin Stöcken, Ulf Kämpfer, SOD-Präsidentin Christiane Krajewski und Sven Albrecht (Vorsitzender des Organisationskomitees) besiegelten im Magistratssaal des Kieler Rathauses die Special Olympics Kiel vom 14. bis 18. Mai 2018. „Wir finden es großartig, dass die Sommerspiele hier stattfinden“, erklärte Christiane Krajewski. „Kiel ist eine Stadt, die Inklusion lebt.“ Mit 4000 Athleten und weiteren Beteiligten – Angehörige, Betreuer, Coaches und Helfer – rechnet Krajewski für die Sommerspiele mit insgesamt 14  000 Besuchern in Kiel. Das Besondere an dem Wettbewerb: „Die unbedingte Bereitschaft, im Rahmen der eigenen Leistungsfähigkeit sein Bestes zu geben – das ist ein Feeling, das hat keine andere Olympiade in diesem Maße“, fasst die SOD-Präsidentin zusammen.

Eine besonders große Freude war es für Sven Albrecht, der Vertragsunterzeichnung beizuwohnen. Als Kieler Jung kennt er die Parallelen zwischen Landeshauptstadt und SOD-Sportlern: „Kiel ist entspannt und wird auch immer ein bisschen unterschätzt.“ Die Bereicherung für die Region wird laut Albrecht erst dann spürbar sein, wenn die Nationalen Sommerspiele das Stadtbild im Mai bestimmen. „Man muss die Stimmung spüren, das ist eine Eigenschaft, die ein Stück weit im Sport verloren gegangen ist.“ Innenminister Stefan Studt weiß als Besucher der Special Olympics Hannover 2016, was Kiel im kommenden Jahr erwartet: „Die Begeisterung und die Freude mitzuerleben, das ist es, was den inklusiven Sport ausmacht. Ich hoffe, dass die Schleswig-Holsteiner die Gelegenheit nutzen, diese Eindrücke zu sammeln und bereichert rauszugehen.“

Die Sportler des Nationalen Wettbewerbs treten in 18 überwiegend olympischen Disziplinen, darunter Fußball, an. Pierre Petersen aus Kiel hat schon vier Mal an den Special Olympics teilgenommen. „Es ist ein tolles Erlebnis und man macht viele Bekanntschaften“, sagt der 27-jährige Libero. Jetzt baut Petersen auf die Unterstützung „seiner“ Kieler: „Die Stimmung ist schöner, wenn Besucher da sind.“

SOD in Kürze

Die 1991 gegründete Organisation „Special Olympics Deutschland“ ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung. Aktuell sind rund 40  000 Sportler in 14 Landesverbänden organisiert. Das Sportkonzept: Die Athleten werden in homogene Leistungsgruppen eingeteilt. Außerdem müssen sich die Teilnehmer zunächst auf lokaler und Landesebene für den nationalen Wettbewerb qualifizieren. Im jährlichen Wechsel veranstaltet die SOD Sommer- und Winterspiele. Das Gesamtbudget der Special Olympics Kiel schätzt die gemeinnützige Organisation auf 1,8 Millionen Euro. Neben dem städtischen Anteil von 250  000 Euro steuert das Land voraussichtlich nochmal die gleiche Summe bei. Der Rest fließt über Teilnehmer-Beiträge, Sponsorengelder und Spenden ein.


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