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SPD bleibt stärkste Kraft in Kiel

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Wähler stärken Rot-Grün den Rücken im Rat / Regieren auch ohne SSW möglich / Linke großer Verlierer des Abends

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erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Jubel bei der SPD und den Grünen, lange Gesichter bei der CDU: Das vorläufige amtliche Endergebnis der Kommunalwahl in der Landeshauptstadt spiegelt nicht den Trend des Gesamtergebnisses für Schleswig-Holstein wider. In Kiel haben die Sozialdemokraten, anders als auf dem Land, mit 35,7 Prozent vor den Christdemokraten (29,7 Prozent) nach wie vor die Nase vor. Freuen konnten sich auch die Grünen: Sie haben zum ersten Mal überhaupt ein Direktmandat in Kiel ergattert und erhielten 17,6 Prozent der Stimmen. Wahlverlierer waren die Linke (minus 7,7 Prozent) und die FDP (minus 4,2 Prozent). Wie im ganzen Land sank auch in Kiel die Wahlbeteiligung : 37,1 Prozent. Rund 195 000 Wahlberechtigte waren dazu aufgerufen gewesen, 49 Ratsmitglieder zu wählen, davon 25 direkt in den Wahlkreisen. 24 Ratsleute wurden über Listen gewählt.

Dem Ergebnis vom Sonntagabend zufolge wollen die Kielerinnen und Kieler, dass SPD und Grüne die Mehrheit in der Ratsversammlung haben - und ihre Kooperation fortsetzen. Rein rechnerisch könnten sie dies sogar ohne Tolerierung des SSW hinbekommen. Die CDU hatte sich im Wahlkampf klar gegen Millionen-Investitionen für neue Projekte ausgesprochen. Nein zum Kleinen Kiel Kanal, Nein zur Stadt-Regional-Bahn.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Lydia Rudow (22), wertete das Ergebnis als Bestätigung:"Natürlich ist es ein klares Signal für Rot-Grün. Die CDU hat einen Dagegen-Wahlkampf geführt - es wurde deutlich, dass das nicht ankommt." Applaus brandete auf. "Wir wollen Politik, die gestaltet, da muss man Mut haben und progressiv denken", forderte sie - wieder Applaus." Die Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke gab sich bodenständig: "Ein positives Ergebnis. Offenbar haben wir nicht gemurkst."

Freude kam bei der CDU erst spät auf: In Suchsdorf ergatterten sie 40,2 Prozent - der stärkste Wahlkreis. Spitzenkandidat Stefan Kruber gab sich dennoch zerknirscht: "Ich hätte mir gewünscht, dass es für eine Regierungsbeteiligung reicht." Der FDP-Spitzenkandidat Hubertus Hencke zeigte sich als fairer Verlierer: "Das ist Demokratie. Wir haben nicht die richtigen die Themen gehabt."

Vier Monate vor der Bundestagswahl war die Abstimmung auch eine Prüfung für das seit einem Jahr regierende Bündnis aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der als früherer Oberbürgermeister von Kiel im Rathaus gemeinsam mit den Parteifreunden mitfieberte. Gerade im Kieler Rathaus war die Wahl von Bedeutung - denn die Mehrheitsverhältnisse in der Ratsversammlung entsprachen quasi der des Landtages in Klein.

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