Instawalk in Kiel : So haben Sie die Kieler Werft noch nicht gesehen

Seltener Anblick: Für den „instawalk“ durften die Teilnehmer sogar 110 Meter hoch auf den großen, das Stadtbild prägenden 900-Tonnen-Kran und von dort aus Bilder machen.

Seltener Anblick: Für den „instawalk“ durften die Teilnehmer sogar 110 Meter hoch auf den großen, das Stadtbild prägenden 900-Tonnen-Kran und von dort aus Bilder machen.

Ungewohnte Perspektiven, mystische Bilder, spannende Details: So haben die „igers Kiel“ die Werft der German Naval Yards Holding abgelichtet.

Andreas Olbertz. von
30. Juni 2018, 14:04 Uhr

Kiel | Früher hat man das wohl schlicht „Fotoclub-Treffen“ genannt. Aber damals mussten auch noch Filme entwickelt und in der Dunkelkammer Abzüge gemacht werden. Heute gehen viele Fotos vom Handy binnen Sekunden direkt ins Internet — Instagram ist eine beliebte Foto-Plattform. Wenn sich eine Gruppe Instagramer zusammenfindet, dann nennt man das heute „instameet“. Anlässlich der Kieler Woche hat die German Naval Yards Holding, ehemals HDW, erstmals überhaupt ihre Werfttore für einen „Instawalk“ — eine gemeinsame Fototour — geöffnet.

Instameet und Instawalk sind echte Treffen. Rein virtuell ist dagegen der „Zusammenschluss“ „igerskiel“, die Kurzform für „Instagramers aus Kiel“. Solche Gruppen existieren auf der ganzen Welt. „Das wurde mal von einem Spanier ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es das in jeder größeren Stadt“, sagt Michael Stefan, der igerskiel ins Leben gerufen hat. „Das war in erster Linie ein Experiment während des Studiums“, erklärt Stefan, der an der Kieler FH Multimediaproduktion studiert hat und jetzt als Onlineredakteur arbeitet. In Schleswig-Holstein hat Eckernförde eine eigene igers-Gruppe, auf Sylt gibt es auch eine, „doch da ist mittlerweile tote Hose“, haben die Kieler beobachtet.

„Kommt ruhig mit euren Smartphones“

Unter dem Hashtag #igerskiel können gemeinsam Fotos gepostet werden, da gibt es Einladungen zu Walks und Meets. 6500 Menschen folgen dem Hashtag mittlerweile — sie können sich einbringen, müssen aber nicht, es ist eben alles virtuell. „Da sind alle möglichen Berufsgruppen und alle sozialen Schichten“, erklärt Mit-Administrator Hans Steen. „Bei Treffen haben wir mal einen Altersdurchschnitt von 30, mal von 50 — je nachdem wer halt grade kommt. Es geht überhaupt nicht um die Qualität der Fotos“, stellt er klar: „Kommt ruhig mit euren Smartphones.“

Natürlich geht es doch um gute, interessante Bilder. Denn damit hat Hans Steen die Werftführung überzeugt, die Fotografen auf das Gelände zu lassen. Vom Pressesprecher über die Geschäftsführung bis ins Ministerium wurde die Anfrage diskutiert und schließlich der Instawalk genehmigt. #igerskiel wurden durch alle Bereiche der Werft geführt, durften sogar 110 Meter hoch auf den großen, das Stadtbild prägenden 900-Tonnen-Kran und von dort aus Bilder machen. Da in der Werft Kriegsschiffe für Israel — „ein sehr nervöser Kunde“ — gebaut werden, mussten natürlich um einige Bereiche fotofreie Bögen gemacht werden.

„Ziel von #igerskiel ist es, die schönen Seiten der Stadt zu zeigen“, erklärt Michael Stefan. Wobei „Stadt“ nicht zu eng gesehen wird: Die Gruppe geht auch mal auf Fototour mit einem Schiff der Stena-Line, fotografiert im Druckzentrum einer Tageszeitung oder lichtet für eine Bar 30 Cocktails ab – die Fotos darf der Gastwirt kostenlos nutzen. „Das war eine klassische Win-Win-Situation“, verrät Hans Steen mit einem Schmunzeln. „Irgendwer kennt irgendwen, der vielleicht irgendwas möglich machen kann“, schildert Steen das Konzept. Als einer der nächsten Instawalks ist beispielsweise ein Rundgang durch Kiel Gaarden geplant.

Genug der Worte: Sehen Sie hier eine Auswahl der schönsten Fotos vom „Instawalk“. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die Fotos. Mehr Bilder der Gruppe finden Sie unter #igers auf Instagram:

 
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