Kiellinie : Slalomlauf an der Uferpromenade

Dichtes Gedränge: Schon am Nachmittag ist die Kiellinie relativ voll. Foto: Strebos
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Dichtes Gedränge: Schon am Nachmittag ist die Kiellinie relativ voll. Foto: Strebos

Kieler Woche-Spaziergang: In 60 Minuten über die Kiellinie - von Nord nach Süd im Schneckentempo.

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27. Juni 2013, 09:20 Uhr

Kiel | Eine Stunde auf der Kieler Woche... heute: auf der Kiellinie. Am Riesenrad geht es los. Der Song "Oh What a Night" säuselt aus einer der Buden heraus. Eis, Pommes, Bratwurst, Süßwaren. Schon nach wenigen Metern auf der Kiellinie beschleicht einen das Gefühl, dass das Ganze hier ein Mastbetrieb ist. Und das hat rein gar nichts mit den vielen Masten zu tun, die zur linken Seite im Wasser hin- und herschaukeln.
Hin- und Herschaukeln ist auch das, was viele der Flanierer, Spaziergänger, Kieler-Woche-Besucher machen. In langsamen Schritten wälzt sich die Masse einer riesigen Herde gleich über die Uferpromenade - in zwei Richtungen, versteht sich. So richtig gemütlich geht zwar irgendwie anders, aber das gehört einfach dazu.

Flachwitze vom Band

Einige Schritte vorangekommen, wartet die Bundesländermeile mit ein wenig kulinarischer Abwechslung auf. Mit einem Dresdner Handbrot in der Hand geht es weiter. Ein, zwei Kleinkünstler ziehen Publikum an, das zwar klassisch im Halbrund aufgestellt den Weg versperrt, aber das ist eben so. Vielmehr stören diverse Aufsteller und Werbeschilder, die sich als echte Bremsklötze erweisen. Zum Teil wird der Gang über die Kiellinie zu einem echten Slalomlauf.
Vor der Reventlouwiese wird es noch ein Stückchen voller. Waffeln, Crêpes, Soft-Eis. Wirklich süß, so ein Promenadengang. Reizüberflutung durch Gerüche, Optiken und musikalische Leckerbissen, garniert mit der Backfischrutsche. Denn dort gibt es nicht nur was zu beißen, sondern auch noch fischige Flachwitze vom Band.
Auch im weiteren Verlauf wird das Angebot nicht unbedingt vielfältiger. Ein echter Hingucker ist hingegen das athletische Beachvolleyballspiel beim Camp 24/7, das jedoch hinter Zäunen und Bannern kaum wahrgenommen wird. Zwei Jungs sitzen zu Füßen der Menge und singen zu ihrem Gitarrenspiel. Klingt richtig gut - zumindest das, was man bei dem umherwabernden Lärm hören kann. Das Bild ändert sich nicht wirklich, je näher man dem Ostseekai kommt. Kulinarisch abgucken kann man sich vielleicht etwas von den Möwen, die sich selbst auch mal eine Muschel angeln.

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