Kieler-Woche-Plakat : Sieges-Botschaft per Handy

Der entscheidende Anruf: Stadtpräsident Hans-Werner Tovar gratuliert dem Berliner Designer Daniel Wiesmann. Die Jury kürte seinen Entwurf zum Wettbewerbssieger.
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Der entscheidende Anruf: Stadtpräsident Hans-Werner Tovar gratuliert dem Berliner Designer Daniel Wiesmann. Die Jury kürte seinen Entwurf zum Wettbewerbssieger.

Seit 1960 wird das offizielle Plakat zur Kieler Woche in einem Wettbewerb gekürt. Gestern fiel die Entscheidung über das Logo fürs Volksfest 2019. Der Sieger-Entwurf stammt aus Berlin und wird von der Jury als spritzig, humorvoll und typographisch wertvoll beschrieben.

shz.de von
05. September 2018, 19:20 Uhr

Das Plakat zur Kieler Woche 2019 ist gekürt. Die neunköpfige Jury sprach sich gestern für den Entwurf des Berliner Designers Daniel Wiesmann aus. Und wie üblich teilte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar dem überraschten Sieger die Botschaft mitten in der Pressekonferenz per Telefon mit. Alle Gäste lauschten seinen Worten. Tovar musste sich allerdings zunächst zeigen lassen, wie man das Handy auf Mithören stellt.

„Der Wettbewerb polarisiert – und das ist auch gut so“, erklärte Tovar vor der Verkündung. In den Vorjahren hatte es immer wieder heftige Debatten über das Votum der Jury gegeben. Den Vorwurf einer einsamen Entscheidung hinter geschlossenen Türen will man auf jeden Fall entkräften. Erstmals sind sämtliche sechs Entwürfe an diesem Wochenende öffentlich ausgestellt: in der Seeburg an der Kiellinie, von Freitag bis Sonntag jeweils von 9 bis 11 Uhr.

Zudem erklärten Ariane Spanier, Verena Panholzer und Andrew Goldstein – allesamt Preisträger der jüngsten Vergangenheit – die Vorzüge des siegreichen Designs. Vom selbstbewussten Umgang mit der Typographie, von der dynamischen, teils humorvollen Umsetzung war die Rede. Die aufspritzenden Wassertropfen stehen für beides zugleich: für den Segelsport und für den Wasserspaß.

Das Logo der Kieler Woche findet sich nicht allein auf den wehenden Fahnen in der Stadt. Litfaßsäulen und Bauzäune werden zum größten Volksfest in Nordeuropa ebenso dekoriert wie Autos und Fahrräder, T-Shirts und Schlipse, Regenschirme und Baseball-Kappen, Rucksäcke, und Kaffeebecher. Ja selbst die Gläser von Sonnenbrillen oder die Badelatschen erhalten den einheitlichen Entwurf für die Kieler Woche. Die Fachleute sprechen von „Corporate Design“, von einer einheitlichen Gestaltung beim öffentlichen Auftritt.

Seit 1960 wird das Kieler-Woche-Plakat in einem Wettbewerb ermittelt. Die Teilnahme gilt in der Branche als Ritterschlag. Man kann sich nicht bewerben, man wird eingeladen. Natürlich gewährt die Stadt Kiel den Designern eine finanzielle Anerkennung, wichtiger ist meist aber ein anderer Aspekt: Die  Teilnahme am Kieler-Woche-Wettbewerb, erst recht der Sieg, bringt Ruhm und Anerkennung.

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