Prozess gegen Mann aus Neumünster : Siebenjährige Tochter missbraucht – Anklage fordert zehn Jahre Haft

Dem 32-Jährigen aus Neumünster werden acht Fälle zur Last gelegt. Die Verteidigung fordert maximal sieben Jahre Haft.

shz.de von
01. Juni 2018, 13:21 Uhr

Kiel | Mindestens acht Mal soll sich ein 32-jähriger Vater in Neumünster an seiner kleinen Tochter brutal vergangen haben. Laut Anklage zeigte er kein Mitgefühl, obwohl sie vor Schmerzen weinte und wimmerte. Für den schweren sexuellen Kindesmissbrauch der damals Siebenjährigen forderte die Staatsanwältin am Freitag für den Mann zehn Jahre Gefängnis, wie ein Sprecher des Kieler Landgerichts sagte.

Die Nebenklage schloss sich den Angaben zufolge der Forderung an. Der Verteidiger des arbeitslosen Mannes aus Nemünster beantragte bis zu sieben Jahre Haft. Die Jugendkammer will das Urteil am Dienstag (11 Uhr) verkünden.

Der Angeklagte war im Zusammenhang mit dem Freiburger Missbrauchsfall aufgeflogen. Er hatte die sexuellen Übergriffe auf seine Tochter auf Video aufgenommen und im Darknet geteilt – ausgerechnet mit dem 39-Jährigen aus Staufen, der sich vom 11. Juni an in Freiburg mit der Mutter eines schwer missbrauchten neunjährigen Jungen vor Gericht verantworten muss.

Der 39-Jährige gab den Ermittlern Mitte Oktober 2017 den entscheidenden Hinweis und bestätigt den Kontakt zum Angeklagten auch bei seiner Vernehmung im Prozess in Kiel, wie der Gerichtssprecher sagte. Erst im November 2017 konnten die Fahndern die Videos sicherstellen, die den erniedrigenden Missbrauch des Mädchens im Jahr 2016 dokumentieren. Die Bilder erlaubten keinen Zweifel an der Täterschaft. Der Mann kam in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Nebenklage ist das Mädchen schwer traumatisiert. Die angeklagten Übergriffe fanden zumeist zu Hause statt, einmal in einem Waldstück. Die berufstätige Mutter soll nichts bemerkt oder geahnt haben. Während sie arbeitete, verging sich demnach ihr Mann an dem Kind.

Die Plädoyers waren nicht öffentlich. Auch während des vom Verteidiger angekündigten Geständnisses des Mannes zu Prozessbeginn war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden, um die Persönlichkeitsrechte von Opfer und Angeklagtem zu schützen.

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