Verkehr der Zukunft : Sichtbar, praktisch und zentral: Die neueMobilitätsstation

Der Prototyp einer Mobilitätsstation: (von links) Janet Sönnichsen, Petra Coordes, Martin Tretbar-Endres, Ulf Kämpfer und Stefan Leyk lächeln in die Abendsonne. Und gleich nebenan stehen Motorroller zum Umsteigen bereit, im Idealfall hält dann hier der Bus in die Stadt.
Der Prototyp einer Mobilitätsstation: (von links) Janet Sönnichsen, Petra Coordes, Martin Tretbar-Endres, Ulf Kämpfer und Stefan Leyk lächeln in die Abendsonne. Und gleich nebenan stehen Motorroller zum Umsteigen bereit, im Idealfall hält dann hier der Bus in die Stadt.

Mit einer modernen „Mobilitätsstation“ soll der Verkehr der Zukunft gemeistert werden. Die Station ist gut sichtbar, steht mitten im Dorf und sorgt für gute Anbindung. Ein Prototyp wurde gestern Abend am Rande der halbjährlichen Konferenz der Kiel-Region enthüllt.

shz.de von
21. August 2018, 19:28 Uhr

Das wäre doch was! Ein zentraler Platz in der Gemeinde, wo man sein Fahrrad sicher abstellen und dann den Bus Richtung Kiel besteigen kann. Oder auf den Elektroroller umsteigen kann. Oder in der Sonne sitzen und auf die gecharterte Mitfahrgelegenheit nach Plön, Preetz, Rendsburg oder Eckernförde warten kann. „Mobilitätsstation“ heißt solch eine Einrichtung in der Fachsprache der Planer – und ein Prototyp wurde gestern Abend am Rande der halbjährlichen Konferenz der Kiel-Region präsentiert.

Gemeinsam enthüllten Petra Coordes (Nahverkehrsverbund SH), Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Martin Tretbar-Endres (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Stefan Leyk (Kreis Plön) gemeinsam mit Kiel-Region-Geschäftsführerin Janet Sönnichsen in der Festung Friedrichsort diese erste Station. Natürlich: An diesem abgeschiedenen, für die Öffentlichkeit meist gar nicht zugänglichen Ort wird sie nicht stehen bleiben, sie sollte den Mitgliedern der Konferenz nur zeigen: So könnte es schon bald im eigenen Dorf, in der eigenen Stadt aussehen.

Das Projekt ist ein Ergebnis des Masterplans Mobilität, mit dem die Landeshauptstadt und ihre Nachbarkreise den Verkehr der Zukunft in der gesamten Region aufeinander und miteinander abstimmen wollen. Getragen von dem Gedanken, dass es mit den klassischen Methoden nicht mehr weitergeht – weil dem Straßenverkehr mit seiner wachsenden Belastung schlicht der Kollaps droht. Zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus unterwegs – dieser Anteil soll in den kommenden 20 Jahren stetig wachsen. „Organisation ist das A und O“, sagt Petra Coordes und setzt auf zeitgemäße Angebote – genau hier greift die Mobilitätsstation.

Martin Kliesow gehört zu den vier Mobilitätsmanagern der Kiel-Region. Er und seine Kollegen sammeln ab sofort Wünsche von den Kommunen ein und helfen bei der praktischen Umsetzung. Rund 3000 Euro kosten Stele und Bank – die Hälfte gibt es als Zuschuss. Schon im Frühjahr könnten die ersten Stationen stehen. Martin Tretbar-Endres ist vom Projekt überzeugt: „Das ist genau das Richtige für die ländlichen Regionen.“

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