Übungen bei normalem Reisebetrieb : Sicherheitstrainings im Kieler Bahnhof: „Die hätte ich weggeputzt“

Gestellte Szene im Kieler Hauptbahnhof: Ein Mann (2.v.r.), der  angegriffen wurde, wird von einem Passanten (r.) versorgt – eine Frau ging bei der Gewaltszene couragiert dazwischen und setzte sich mit dem Angreifer (l.) auseinander. 
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Gestellte Szene im Kieler Hauptbahnhof: Ein Mann (2.v.r.), der  angegriffen wurde, wird von einem Passanten (r.) versorgt – eine Frau ging bei der Gewaltszene couragiert dazwischen und setzte sich mit dem Angreifer (l.) auseinander. 

Auszubildende der DB-Sicherheit sollten kritische Situationen üben. Eine Reisende reagiert auf die gestellten Szenen.

shz.de von
12. Oktober 2018, 12:19 Uhr

Kiel | 14 Auszubildende der DB-Sicherheit haben am Mittwoch und Donnerstag bei normalem Betrieb am Kieler Hauptbahnhof Situationstrainings absolviert. Die jungen Leute sollten dabei kritische, gestellte Situationen entschärfen, in denen sie oder andere angegriffen und/oder bedroht werden. Dabei wurden sie durch den Präventionsbeauftragten sowie Polizeitrainer der Bundespolizei in Kiel beobachtet.

Das zweitägige Training ist Teil der Sicherheitspartnerschaft zwischen Bundespolizei und der Deutschen Bahn AG und beinhaltet die Bereiche Gewaltprävention sowie Zivilcourage. Polizeioberkommissar Michael Hiebert von der Bundespolizei und Christian Held, Fachkraft für Aus-/Fortbildung bei der DB-Sicherheit, lobten die Teilnehmer im Anschluss an die Situationstrainings für ihr Engagement und sind sich sicher, dass die Beschulten in Zukunft abrufbare Verhaltensmuster im Hinterkopf haben, die ihnen in Stresssituationen weiterhelfen können.

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Da die Trainings bei normalem Betrieb im Hauptbahnhof stattfanden, war für die Verantwortlichen auch die Reaktion der Reisenden interessant. Dabei sei es unter anderem zu völlig unverständlichem Desinteresse und Aussagen wie „...geht mich doch nichts an“ gekommen.

Die Trainer mussten jedoch auch eine resolute Dame stoppen, die ihre Tasche fest an den Körper drückte und mit entschiedenem Schritt auf die Darsteller einer Gewaltszene zuging. Sie wurde durch die Beamten gestoppt und auf die Trainingssituation aufmerksam gemacht. Da entgegnete die Dame lächelnd: „Dann haben die aber Glück gehabt. Ich habe jahrelang Kampfsport betrieben, die hätte ich weggeputzt. Zumindest Hilfe rufen kann man doch, ein Handy hat doch heute jeder.“

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