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Urteil in Kiel : Sexueller Missbrauch eines Dreijährigen – Haftstrafe

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Innerhalb eines Jahres soll er einen kleinen Jungen aus Kiel schwer missbraucht haben: Ein 30-Jähriger muss für vier Jahre ins Gefängnis, auch wegen weiterer Vergehen an einem anderen Jungen. Ihn soll er gemeinsam mit einem Mittäter misshandelt haben.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 11:25 Uhr

Kiel | Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines dreijährigen Kindes hat das Kieler Landgericht einen 30-Jährigen zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Mann hatte zuvor ein umfassendes Geständnis abgelegt, wie Gerichtssprecherin Rebekka Kleine am Freitag sagte. In die Gesamtfreiheitsstrafe flossen auch der gemeinschaftlich mit einem weiteren Täter in Karlsruhe begangene Missbrauch eines zur Tatzeit sechs Jahre alten Jungen sowie die Verbreitung kinderpornografischer Bilder in sieben Fällen ein. Diese Fotos hatte er seit 2008 über das Internet heruntergeladen und anderen zugänglich gemacht.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden demnach über 11 000 Bilddateien sichergestellt. Von den sexuellen Übergriffen liegt laut Anklage eine Vielzahl von Fotos vor, die der 30-Jährige mit seinem Handy gemacht haben soll.

Das Landgericht stufte 5 der insgesamt 14 Fälle aus dem Zeitraum von Januar 2012 bis März 2013 als schweren Missbrauch ein, berücksichtigte in seiner Entscheidung aber strafmildernd die Kronzeugenregelung. Der Angeklagte hatte seinen Mittäter aus Karlsruhe beschuldigt. Nach dem Hinweis gegenüber der Polizei konnte dieser Mittäter von den Ermittlern auf frischer Tat bei einem weiteren Sexualvergehen überführt werden. Dieser Täter wurde inzwischen zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Beide Männer hatten sich der Anklage zufolge über das Internet kennengelernt und zu den Straftaten verabredet.

Für die Anwendung der Kronzeugenregelung sprach nach Ansicht des Gerichts, „dass der Angeklagte nicht nur einen wesentlichen Hinweis für die Aufklärung der Taten gegeben hat, sondern den entscheidenden“, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Becker in seiner Urteilsbegründung. „Wir sind auch sicher, dass er hierdurch nicht nur Taten aufgeklärt hat, sondern er hat weitere verhindert.“ Becker riet dem Angeklagten, sich darum zu bemühen, die Haft in der Sozialtherapie in Lübeck abzuleisten.

Die Staatsanwaltschaft hatte bei Anwendung der Kronzeugenregelung fünf Jahre gefordert, die Verteidigung des Mannes auf höchstens dreieinhalb Jahre plädiert. Sie verlangte darüber hinaus eine zusätzliche Strafmilderung wegen des Täter-Opfer-Ausgleichs.

Die Mutter des Dreijährigen aus Kiel hatte den Angeklagten im März 2013 angezeigt. Obwohl das Urteil des Landgerichts noch nicht rechtskräftig ist, bleibt der 30-Jährige wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Die beiden Kinder waren in dem Prozess vor dem Kieler Landgericht als Nebenkläger zugelassen. Sie wurden über ihre Eltern durch Rechtsanwältinnen vertreten.

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