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Grossraum Kiel : Seniorenticket ab 1. Januar

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt will älteren Menschen eine günstige Monatskarte für Bus und Bahn im Großraum Kiel anbieten. 25 Prozent Rabatt soll es geben, das fordert der Seniorenbeirat seit Jahren. Die günstige Karte könnte dazu führen, dass wieder mehr Rentner auf das Auto verzichten.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2016 | 22:50 Uhr

Eigentlich hatte die Stadt immer wieder auf das Land verwiesen und eine Einführung allein im Großraum Kiel als technisch schwierig und finanziell risikoreich eingestuft. Doch weil die landesweite Verkehrsgesellschaft Nah.SH keinen konkreten Zeitplan nennen kann, macht die Landeshauptstadt Kiel jetzt im Alleingang Nägel mit Köpfen: Zu Beginn des Jahres 2017 soll es im Kieler Bereich ein günstiges Seniorenticket für Bus, Bahn und Fördeschiffe geben.

Von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer stammt die Geschäftliche Mitteilung, die zunächst dem Wirtschaftsausschuss am kommenden Mittwoch (17 Uhr, Wissenschaftszentrum) vorgelegt wird. Im Herbst soll das Papier – angereichert mit den praktischen Umsetzungstipps – auch die Ratsversammlung passieren. Im Kern geht es um einen Rabatt von 25 Prozent auf die Monatskarte. Personen über 65 Jahren würden demnach statt 48,75 Euro nur 36,50 Euro für den öffentlichen Personennahverkehr zahlen.

Diesen Vorschlag hatten vor ein paar Monaten bereits die Sprecher der Rathaus-Kooperation unterbreitet: Benjamin Raschke (SPD), Lutz Oschmann (Grüne) und Marcel Schmidt (SSW) knüpfen an das Seniorenticket hohe Erwartungen. Gegenwärtig leben etwa 45  000 ältere Menschen in der Region – aber nur 3000 von ihnen besitzen ein Monatsticket.

Vor diesem Hintergrund rechnen die Fachleute trotz des 25-Prozent-Rabattes nicht mit höheren finanziellen Belastungen für die Stadt. Ganz im Gegenteil: Das attraktive Ticket soll nämlich dazu führen, dass mehr Senioren aufs Auto verzichten und auf Bus und Bahn umsteigen. Die Rechnung ist einfach. Wächst die Zahl der Monatstickets von 3000 auf 4000, würden die Mehreinnahmen das anfängliche Defizit vollständig ausgleichen.

Der Kieler Seniorenbeirat macht sich seit Jahren für ein ermäßigtes Ticket stark. In Neumünster existiert eine solche Monatskarte bereits, Eckernförde und Schleswig überlegen noch, wie Horst Reyer (73) und Rainer Glüsing (68) aus dem Beirat sagen. Es geht ihnen dabei um zwei Aspekte. Die preiswerte Monatskarte hilft Rentnern mit geringer Altersversorgung, und außerdem bedeutet die Stärkung des ÖPNV zugleich mehr Umweltschutz.

Das Projekt wird zunächst auf zwei Jahre angelegt. 200  000 Euro stehen in der ersten Phase zur Verfügung. In welcher Form Nachbargemeinden aus den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön eingebunden werden, ist in den nächsten Wochen noch zu klären. Doch schon heute gilt die übliche Monatskarte etwa auch in Kronshagen oder in Klausdorf an der Schwentine.

Das Modell wird in der Ratsversammlung eine große Mehrheit erhalten, davon sind Sozialdemokrat Reyer und Christdemokrat Glüsing überzeugt. Weil Parkplätze in der Stadt Mangelware sind und die Menschen schnell erkennen, dass ein Auto viel teurer ist als die Busfahrkarte, „wird das Seniorenticket funktionieren. Wir werden massiv Werbung dafür machen.“  

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