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Museumsdepot in Kiel : Seltener Blick auf verborgene Schätze

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tag der offenen Tür zum 50. Jubiläum der Sammlung: 530 Besucher wollten städtisches Museumsdepot besichtigen. Die Organisatoren waren vom großen Andrang überrascht.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 06:27 Uhr

„Die kalten Füße“, sagte am Ende der Führung einer der Besucher, „haben sich gelohnt.“ Mehr als eine Stunde lang mussten die Neugierigen gestern teilweise vor dem Eingang des Museumsdepots im Wissenschaftspark warten – so groß war der Andrang. Die Organisatoren von Stadt - und Schifffahrtsmuseum zählten bis zum späten Nachmittag 530 Gäste beim Tag der offenen Tür. Das große Interesse überraschte sie so sehr, dass die kostenfreien Führungen kurzerhand von einer Stunde auf gut 30 Minuten reduziert werden mussten, um noch mehr Besuchern den Rundgang zu ermöglichen.

Und der bot einen seltenen Blick auf einige der sonst hinter verschlossenen Türen gut behüteten, rund 45  000 Schätze der Kieler Historie. Nur ein Zehntel der riesigen Sammlung ist in den beiden Häusern Warleberger Hof und Fischhalle öffentlich zu besichtigen. Auf 2700 Quadratmetern Magazinfläche verteilt, sammelt das Kieler Stadtmuseum seit 1965 Kunst und Kulturgegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf maritimen Stücken und Malerei. Außerdem im Fokus: Zeugnisse der Industrialisierung, Modernisierung in der Stadt und der regionalen Demokratisierung, wie Depot-Leiterin Katrin Seiler-Kroll erläuterte: „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal.“ Oberste Maxime beim Sammeln sei der Bezug zur Landeshauptstadt – denn das Kultivieren, Erforschen und Zurschaustellen dieser Stücke Kieler Geschichte ist der öffentliche Auftrag des Museums. So haben Schiffsmodelle wie die „Victory“, ein Schlachtschiff Lord Nelsons, die der Kieler Schlossherr Prinz Heinrich zum 37. Geburtstag geschenkt bekam, und nautische Geräte im großen Saal ebenso einen Platz wie wie tonnenschwere Industriemaschinen des Schiffbaus und Alltagsgegenstände. Darunter findet sich auch Kurioses wie der Halter einer „Closettbürste“.

Herzstück der Sammlung ist die Originaleinrichtung des alten Gaardener Schreibwarengeschäfts Volbehr, welche das Museum übernommen hat. Wer den kleinen Raum im Saal betritt, der macht eine Zeitreise in die Vergangenheit, denn dort ist alles so geblieben wie damals bei der Geschäftsaufgabe im Jahr 1986. An der Wand hängen alte Grußpostkarten aus Kiel, auf dem Tresen liegen Illustrierte mit den Stars von damals – den jungen Bandmitgliedern von Depeche Mode etwa. Einen Eindruck von den industriellen Frauenarbeitsplätzen der 1950er Jahre vermittelt das restaurierte Maschineninventar der Kieler Glühlampenfabrik Plechati. Auch Sportboote, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs etwa für die Rudergesellschaft Germania angefertigt wurden, kann man bestaunen.

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Gegen eine Gebühr von 75 Euro können Gruppen (maximal 25 Personen) eine etwa 60-minütige Führung durch das Depot buchen. Kontakt: Kieler Stadtmuseum Warleberger Hof; Tel. 0431/901-3425


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