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FH-Projekt : Seilbahn über die Förde: Idee nimmt Form an

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von Ufer zu Ufer schweben? Viele hielten das Projekt für einen netten Witz, als es Ende 2013 Schlagzeilen machte. Auch wenn es seit dem still wurde um die vier FH-Studenten - Stillstand bedeutet das nicht. Zwei Hersteller wollen bis September Konzepte entwickeln.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Ende vergangenen Jahres machte dieses Projekt vierer Studenten der Fachhochschule (FH) Kiel Schlagzeilen: Frerk Michelsen, Thies Maschmann, Paul Henrik Altemöller und Jan-Henrik Speer brachten die Idee einer Seilbahn über die Kieler Förde ins Spiel. Beifall gab es von Marketingexperten der Stadt sowie aus der Kommunalpolitik. Doch auch kritische Stimmen wurden laut – wegen vieler ungeklärter Fragen, beispielsweise zur Finanzierung. Seitdem ist es still geworden um die FH-Gruppe von Prof. Dr. Peter Franke. Doch das bedeutet keineswegs Stillstand. Inzwischen hat sich einiges getan. Zum einen steht die Abschlussarbeit des studentischen Projekts aus dem Fach Technische Betriebswirtschaftslehre kurz vor der Fertigstellung. Darin sollten Möglichkeiten einer besseren verkehrlichen Anbindung des Ostufers an das Westufer ausgelotet werden. Zum anderen wurden mit den Rats-Fraktionen der Stadt und dem Bürgermeister Gespräche geführt. Interessanteste Entwicklung: Zwei große internationale Seilbahn-Hersteller haben konkretes Interesse signalisiert, sind auf die Kieler zugegangen.

„Wir sind im Gespräch mit Doppelmayr und Leitner“, berichtete Prof. Franke auf Nachfrage. Beide Unternehmen, Doppelmayr aus Wolfurt (Österreich) und Leitner (Sterzing, Südtirol), hätten sich den Standort angesehen, vor wenigen Tagen waren die Südtiroler an der Förde. Bis September, so Franke, wollten die Hersteller nun konkrete Konzepte erarbeiten „sowie idealerweise eine Kalkulation“. Die Hersteller hatten bereits im Dezember vom Potenzial einer 2-Seil-Umlaufbahn gesprochen, die auf der 1800 Meter langen Strecke mit 25 Gondeln für je 35 Personen pro Stunde etwa 3000 Passagiere befördern könnte. Die Kosten beliefen sich nach Schätzungen auf 35 bis 50 Millionen Euro.

Nun gibt es erste Entwürfe für eine mögliche Verbindung in etwa 80 Metern Höhe, die eine technische Bewertung zur Statik oder auch zur Höhe der Pfeiler berücksichtigt. Die Skizzen der Hersteller sind aber Franke zufolge noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Mit dem Gesamtpaket will Franke dann bei den Entscheidern der Stadt vorstellig werden, sagt der FH-Professor.

Zwischenzeitlich arbeite man an der Hochschule weiter an der inhaltlichen Vertiefung des Projekts. So sollen Masterstudenten eine Abschlussarbeit zu dem Thema schreiben. „Sie sollen herausfinden, wie viele Passagiere, darunter Pendler und Touristen, die Seilbahn nutzen würden“, berichtet Franke. Darüber wisse man bisher nur wenig. Anhand von Schätzungen und Befragungen könne man sich der Zahl nähern. Ab 500 000 Nutzern pro Jahr, so hatte eine Berechnung ergeben, wäre eine Seilbahn-Verbindung wirtschaftlich.

Inwieweit die Hersteller auch Geld investieren würden, ist Franke zufolge unklar. „Sie haben aber Kontakte zu Firmen, die Kapital bereitstellen würden“, so Franke. Die Leitner AG aus Südtirol finanziert und betreibt übrigens die geplante Seilbahn für die Internationale Gartenschau 2017 in Berlin selbst. Dabei geht es um Kosten von 14 Millionen Euro. Öffentliche Mittel: Null.

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