Nord-Ostsee-Kanal : Segment für Segment geht’s voran

Gut im Zeitplan: WSA-Projektleiter Matthias Baasch lächelt zufrieden in die Kamera. Im Hintergrund hängt ein Segment an den Seilen des Schwimmkrans.
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Gut im Zeitplan: WSA-Projektleiter Matthias Baasch lächelt zufrieden in die Kamera. Im Hintergrund hängt ein Segment an den Seilen des Schwimmkrans.

Mit der Errichtung der sogenannten „Fange-Dämme“ gehen die Arbeiten an den Alten Schleusen in die nächste Phase. Bis Ende September sollen die Stahlkonstruktionen stehen, die anschließend mit Sand aufgefüllt werden. Das bringt dann die geforderte Stabilität.

shz.de von
03. September 2018, 19:26 Uhr

Nächster Schritt auf dem langen Weg zur Sanierung der Kleinen Kanal-Schleusen in Kiel-Holtenau: Gestern setzte der Schwimmkran „Wal“ auf der Fördeseite die ersten Segmente für die stabilen Stahlkonstruktionen, die als sogenannte „Fange-Dämme“ die späteren Abrissarbeiten erst ermöglichen werden. Projektleiter Matthias Baasch vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) zeigte sich zufrieden: „Unser Bauzeitenplan wird abgearbeitet.“

Die Erneuerung des maroden, noch aus der Kaiserzeit stammenden Schleusen-Paars ist ein Langzeitprojekt. Laut Baasch „wird der Neubau der Kleinen Schleusen frühestens 2029 fertiggestellt sein“. Erste Phase ist die Sicherung der alten Anlage, denn zurzeit könnten wegen Einsturzgefahr gar keine schweren Baufahrzeuge anrollen. Zur Stabilisierung werden die Schleusen bis zur Oberkante mit Sand gefüllt. Schätzungsweise 130 000 Kubikmeter sind dafür nötig.

Das wären wohl um die 7000 Lastwagentransporte, aber diesen Verkehr will man Holtenau nicht zumuten. Der Transport von einem dänischen Schürfgebiet südlich von Aerö erfolgt deshalb auf dem Seeweg, Ende September wird der erste Saugbagger in Holtenau erwartet. Drei Wochen Zeit bleibt der Mannschaft von Baasch, an den beiden Schleusenausgängen zur Förde die „Fange-Dämme“ zu errichten und abzudichten. Jede Konstruktion besteht aus drei Segmenten, jedes Teilstück ist neun Meter breit, 13 Meter hoch, 16 Meter tief und wiegt 60 Tonnen. Erst wenn die mit Sand verfüllten Dämme stabil genug sind, um Schwerlaster aufzunehmen, wiederholt sich das Szenario auf der Kanalseite. Dort verläuft nämlich gegenwärtig die einzige schmale Landverbindung zur Schleuseninsel.

Bis Ende des Jahres soll die Sicherungsphase abgeschlossen sein. Im kommenden Jahr wird es dann ernst für die WSA-Experten. Galten die bisherigen Arbeiten nämlich als Sofortmaßnahmen, wird mit dem Planfeststellungsverfahren die offizielle Bauphase eingeläutet. Am Ende des auf fast 300 Millionen Euro taxierten Mammut-Vorhabens stehen moderne neue Schleusen. Sie sollen 70 Prozent des gesamten Kanal-Verkehrs auf dem Kanal aufnehmen. Und die Großen Schleusen stehen dann ausschließlich den Riesenpötte zur Verfügung.

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