Wettkampf in Estland : Schwimmen am Gefrierpunkt: Zwei Kieler messen sich bei der Eisschwimm-WM

Eisschwimmer Tom-Moritz Feders (l.) und Hauke Rinner (r.).

Eisschwimmer Tom-Moritz Feders (l.) und Hauke Rinner (r.).

Hauke Rinner und Tom-Moritz Feders haben ein außergewöhnliches Hobby. Sie schwimmen im Eis um die Wette.

shz.de von
07. März 2018, 20:26 Uhr

Tallinn | Die Kieler Eisschwimmer Hauke Rinner und Tom-Moritz Feders haben am Mittwoch an der Eisschwimm-Weltmeisterschaft in Tallinn teilgenommen. Mit den Plätzen 53 und 80 von insgesamt 400 Teilnehmern der Disziplin „50m Freestyle“ haben sie ihr Ziel, unter die besten 90 zu kommen, erreicht.

<p>In diesem Eisbecken wird die Weltmeisterschaft im Eisschwimmen ausgetragen.</p>
Tom-Moritz Feders

In diesem Eisbecken wird die Weltmeisterschaft im Eisschwimmen ausgetragen.

Im November vergangenen Jahres entstand die Idee dazu aus einer Schnapslaune. Um die Kopfschmerzen nach einer Partynacht loszuwerden, sprangen die beiden Studenten bei Holtenau in die Ostsee. Dabei haben die beiden Blut geleckt. Den ganzen Winter über trainierten sie in der eiskalten Ostsee. Der Ehrgeiz, schneller zu sein als der Andere, spornte sie an, sich für die Weltmeisterschaft im Eisschwimmen anzumelden.

Während die Eltern Vorsicht predigen, ernten die Kieler viel Unterstützung aus ihrem Freundeskreis. „Einige nennen uns verrückt, aber viele feiern uns“, sagt Tom Feders. Zum Trainieren hätten sie sich überwiegend auf das Gewöhnen an die Kälte konzentriert. Nach anfänglich kleinen Strecken haben sich die zurückgelegten Distanzen vergrößert. „100 Meter waren echt hart“, erinnert sich Tom.

<p>Die Kieler Eisschwimmer Tom-Moritz Feders und Hauke Rinner starteten von den Positionen Eins und Zehn.</p>
https://www.youtube.com/watch?v=O-BjZ9CTzbI

Die Kieler Eisschwimmer Tom-Moritz Feders und Hauke Rinner starteten von den Positionen Eins und Zehn.

Die Konkurrenz in Estland war groß. Viele erfahrene Schwimmer meldeten sich für den Wettbewerb an. Jeder Teilnehmer hatte nur einen Versuch, die Bestzeit zu erreichen. Insgesamt dauert der Wettkampf fünf Tage. In verschiedenen Schwimmdisziplinen auf verschiedenen Distanzen sollen die Weltmeister ermittelt werden. Am Mittwochmorgen stiegen Hauke und Tom zum 50 Meter Freestyle-Schwimmen ins ein Grad Celsius kalte Wasser. „Aufgeregt sind wir nicht, wir haben nur mega Respekt vor der Temperatur“, sagte Feders direkt vor dem Wettkampf.

<p>Feders muss sich Rinner geschlagen geben. Der Australier Christoph Karow gewann den Lauf.</p>
https://www.youtube.com/watch?v=O-BjZ9CTzbI

Feders muss sich Rinner geschlagen geben. Der Australier Christoph Karow gewann den Lauf.

Mit Zeiten von 31.50 Sekunden (Hauke Rinner) und 33.08 Sekunden (Tom-Moritz Feders) erzielten die Kieler den zwölften und fünfzehnten Platz ihrer Altersgruppe. „Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, sagte Rinner und erklärt, dass die beiden weiterhin trainieren werden, um auch 2020 wieder bei den Weltmeisterschaften an den Start gehen zu können. Das Ziel bis dahin: Unter die besten zehn Eisschwimmer der Welt zu kommen. Den aktuellen Rekord hält der Russe Yaroslav Pronin (25.07 Sekunden).

Am kommenden Samstag geht es für die Sportler zurück nach Deutschland.

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