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„Schwimmbad vom Feinsten“ für das überschuldete Kiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 00:31 Uhr

In seinem neuen Schwarzbuch geht der Bund der Steuerzahler in Schleswig-Holstein auch detailliert auf das Stadtbad ein, das bald neu zentral in der Landeshauptstadt gebaut werden soll (siehe Seite 3). Unter der Überschrift „Verschwendung droht“ prangert Präsident Aloys Altmann das mindestens 23,6 Millionen Euro teure Bauvorhaben an.

Zwar sei klar, dass Kiel eine Schwimmhalle brauche, die zwei marode Hallen- und ein baufälliges Freibad ersetzen soll. Forderungen nach einem Wettkampfbecken und Sprungplattformen seien berechtigt, heißt es. „Nicht notwendig ist dagegen der mit etwa 700 Quadratmeter geplante Freizeitbereich mit Eltern-Kind-Areal, Freizeitbecken, Außenschwimmbereich, Reifenrutsche, Bistro sowie eine 450 Quadratmeter große Saunalandschaft mit Ruhebereich und Gastronomie“, kritisiert Altmann. Ein Grund: Im Umkreis von Kiel gebe es bereits ein Überangebot attraktiver Badelandschaften.

Warum das Bad knapp 7 Millionen Euro teurer werden müsse als vergleichbare Einrichtungen etwa in Flensburg? Altmann: „Die Antwort macht fassungslos: Die Vergleichsbäder orientierten sich nicht am deutlich ambitionierteren Kieler Standard für energetische Anforderungen bei Neubauten. Außerdem sei eine ähnlich einfache Konstruktion aus städtebaulicher Sicht an dieser exponierten Stelle nicht angemessen, schrieb uns der zuständige Stadtrat.“ Dabei übersehe der Mann wohl, so Altmanns Fazit, „dass die Landeshauptstadt über 400 Millionen Euro Schulden hat und Konsolidierungshilfen des Landes in Anspruch nimmt“.

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