„Baden-Württemberg“ und „Nordrhein-Westfalen“ : Schwesterntreffen: Neue Fregatten der Deutschen Marine in Kiel

Die „Baden-Württemberg“ (F222, hinten) und die „Nordrhein Westfalen“ (F223) sollen noch weiter erprobt werden, bevor sie an die Deutsche Marine ausgeliefert werden.

Die „Baden-Württemberg“ (F222, hinten) und die „Nordrhein Westfalen“ (F223) sollen noch weiter erprobt werden, bevor sie an die Deutsche Marine ausgeliefert werden.

Den beiden Marineschiffen stehen Systemtests in der Ostsee bevor. Die Auslieferung soll noch in diesem Jahr erfolgen.

shz.de von
07. Juli 2018, 15:09 Uhr

Kiel | Ein Schwesterntreffen beider noch in der Erprobung befindlichen Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse (F125) der Deutschen Marine war am Samstagmorgen im Kieler Tirpitzhafen zu sehen. Die „Baden-Württemberg“ (F222) – aus Wilhelmshaven kommend – steuerte nach der Skagerrakpassage auf den Kieler Marinehafen zu.

Beiden Schiffen stehen nun weitere Systemstests in der Ostsee bevor. Die „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der neuen Klasse, die „Nordrhein-Westfalen“ (F223, Auslieferung 2018) die zweite von insgesamt vier neuen Fregatten für die Marine. Sie werden künftig die acht Fregatten der Bremen-Klasse (F122) ersetzen. Die „Sachsen-Anhalt“ soll im Jahr 2019 folgen und die „Rheinland-Pfalz“ 2020.

Die Indienststellung der „Baden-Württemberg“ war eigentlich für 2017 geplant. Das Schiff wurde jedoch Ende 2017 zur Mängelbeseitigung an den Hersteller zurückgegeben. Probleme macht vor allem die Software.

Speziell für die heutigen und zukünftigen Einsatz-Szenarien der Marine wurde dieser Schiffstyp entwickelt. Außer den Aufgaben für die Landes- und Bündnisverteidigung sind die Schiffe ebenfalls in der Lage, internationale Operationen zur Konfliktverhütungen und Krisenbewältigung wahrzunehmen sowie Kampf- und Stabilisierungseinsätze durchzuführen.

Bei einer Länge von knapp 149 Metern und einer Breite von knapp 19 Metern erreicht das Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 28 Knoten (52 km/h) bei einer Verdrängung von bis zu 7000 Tonnen. Bis zu 50 Krisenreaktionskräfte können die Stammbesatzung von 120 Soldaten ergänzen. Die Einsatzdauer dieses Schiffes kann bis zu 24 Monate umfassen.

Zwei Bordhubschrauber des Typs „Sea Lynx“ können nach Angaben des Marineportals der Marine auf dem Schiff mitgeführt werden. Mittelfristig soll jedoch ein Nachfolgemodell dieses Hubschraubertyps an Bord genommen werden. Die „Nordrhein-Westfalen“ und die „Baden-Württemberg“ sollen dem 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven unterstellt werden. Der Heimathafen wird Wilhelmshaven sein.

Die Arbeitsgemeinschaft ARGE F125 setzt sich zusammen aus dem federführenden Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems sowie der Bremer Friedrich Lürssen Werft. Die Fertigung der Vorschiffe erfolgte auf den Werftstandorten der Friedrich Lürssen Werft in Bremen und Wolgast. Die Fertigung der Hinterschiffe, der Zusammenbau der Schiffshälften sowie die weitere Endausrüstung erfolgten auf der Hamburger Werft Blohm und Voss Shipyards.

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