Schweinepest: Landwirte fordern Vorkehrungen an der Grenze

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17. Dezember 2017, 18:19 Uhr

Um die Gefahr eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Schleswig-Holstein einzudämmen, fordert Rolf-Oliver Schwemer, Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, neben einer Abschussprämie für Wildschweine und dem Einsatz von Nachtsichtgeräten auch das Zulassen und Aufstellen von Saufängen. Damit werden Fallen bezeichnet, bei denen eine Tür automatisch zufällt, wenn ein Wildschwein hinein tappt. Im Saufang können auch mehrere Wildschweine gleichzeitig gefangen werden, die Tiere werden anschließend von Jägern getötet. Jährlich werden im Land rund 11 000 Wildschweine von Jägern zur Strecke gebracht.

Klaus-Peter Lucht, Vizepräsident des Landesbauernverbands, hält es für dringend geboten, bereits an der Bundesgrenze Vorkehrungen gegen die Seuche zu treffen. „Laster aus Osteuropa tragen die Erreger nach Deutschland, wir brauchen an der deutsch-polnischen Grenze Desinfektionsstationen“, sagt er. Auch die Fernfahrer dürften keine Lebensmittel mehr einführen. „Ein an der Autobahn achtlos weggeworfenes Butterbrot kann ein Seuchenüberträger sein“, warnt Lucht.

Um die Gefahren weiter einzudämmen, fordert auch er eine Verringerung des Wildschweinbestandes und unterstützt die Forderung Schwemers, Jägern Abschussprämien zu zahlen.

Das Landwirtschaftsministerium hat in den letzten Monaten verschiedene Szenerien zur Seuchenabwehr durchgespielt, im Januar soll es in Kiel einen Krisengipfel dazu geben.

In Schleswig-Holstein sind mehr als 2000 Schweinehaltungen mit 1,5 Millionen Schweinen gemeldet, die von der Schweinepest bedroht sind.

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