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Es Schmeckt nicht : Schulessen landet oft im Müll

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt hat Schüler und Lehrer zum Mensaessen befragt. Ergebnis: Oft mögen Grundschüler das Angebot nicht. Folge: Es wird weggeworfen. Gymnasiasten finden Mensen zudem „uncool“. Grundsätzlich ist aber der Bedarf an Schulessen vorhanden.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:59 Uhr

Knapp 6500 Mensaplätze gibt es an Kieler Schulen. Doch das Essen wird unterschiedlich gut angenommen – die Teilnahme liegt zwischen gerade einmal drei (Gemeinschaftssschule Hassee) und 100 Prozent (Gutenbergschule). Besonders an den Gymnasien ist die Akzeptanz gering; nur zwei bis acht Prozent der Schüler sind dabei. Grund: Viele empfinden den Kantinencharakter als „uncool“ und besorgen sich lieber Pizza, Döner oder anderes. Oder Schülern fehlt die Wahlmöglichkeit bei einem vordefinierten Essen. Folge: Zu viel der von der Stadt finanziell geförderten Schulnahrung (Im Jahr 2013 betrug der städtische Gesamtzuschuss am Schulessen rund 221 500 Euro, monatlich durchschnittlich etwa 18 450 Euro) wird weggeworfen. Das geht aus einer aktuellen Auflistung der Stadtverwaltung hervor, die sich mit dem Thema befasst, Interviews mit Schülern und Lehrern geführt hat.

Weil knapp ein Drittel der 33 befragten Kieler Schulen mit dem Liefer-Essen der Service-GmbH des Städtischen Krankenhauses unzufrieden war, sucht die Stadt Kiel derzeit nach neuen Caterern ab Sommer (wir berichteten).

Anhand einer Geschäftlichen Mitteilung wird der zuständige Stadtrat Adolf-Martin Möller in der nächsten Schulausschuss-Sitzung kommende Woche die Ergebnisse der Interviews vorstellen. Punkt 1 ist dabei: Schüler wünschen sich ein Buffetkonzept. Bei dem können sie selbst auswählen, was sie essen mögen. Viele Kinder wünschen sich demnach auch, dass Fleisch- oder Fischbeilagen optional gewählt werden können. In Grundschulen fällt dem Stadtrat zufolge auf, „dass Kinder das von ihren Eltern vorbestellte Essen häufig nicht mögen, dass zu viele Lebensmittel weggeworfen werden“. Es sei aber die Aufgabe des Caterers und des Küchenpersonals vor Ort, die benötigten Essensmengen richtig einzuschätzen. Deshalb sollen „Schüler zukünftig intensiver einbezogen werden, wenn es um die Konzepte des Mensaessens geht“. Besonders für ältere Gymnasiasten und Oberstufenschüler muss es in Zukunft darum gehen, die Mensen attraktiver zu gestalten – schließlich sind an Gymnasien bereits neue Mensen gebaut oder geplant. Offenbar am geringeren Bedarf vorbei. Möller denkt deshalb an „Chill- und Ruheecken und altersgerechte, räumlich abgetrennte Bereiche“.


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