Jugend forscht : Schüler unter Hochspannung

Junge Blitz-Forscher: (v. l.) Emil Czeschel, Lise Schwenzer, Muriel Voß und Lehrer Oliver Piontkowski mit ihrem Eigenbau.
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Junge Blitz-Forscher: (v. l.) Emil Czeschel, Lise Schwenzer, Muriel Voß und Lehrer Oliver Piontkowski mit ihrem Eigenbau.

Der für „Jugend forscht“ entwickelte Akku-Strumpfhosen-Salatschüssel-Generator erzeugt tatsächlich kleine Blitze. Damit rechnen sich die Grundschüler aus dem Barkauer Land wieder gute Chancen aus für den Nachwuchs-Wettbewerb.

shz.de von
23. Januar 2018, 18:51 Uhr

Wie passt das zusammen? Neunjährige Grundschüler und ein Experiment, bei dem 40 000 Volt an Spannung entstehen? Die Antwort liefert der Wettbewerb „Jugend forscht“ – sowie ein findiger Lehrer, der mit seinen Schülern verständliche Antworten sucht auf knifflige Fragen. Das Blitzlabor der Fachhochschule Kiel bestätigte der neugierigen Truppe außerdem: Trotz der Hochspannung besteht keinerlei Gefahr.

Oliver Piontkowski (und zuvor Edeltraud Völker) widmen sich an der Grundschule Barkauer Land seit vielen Jahren dem Wettbewerb „Jugend forscht“. Da geht es um solch wichtige Dinge wie die Auswirkungen von Sonnencreme an Kinderhänden auf dem Autolack oder um die Kommunikation unter Hühnern.

Für das jüngste Projekt eines Blitzgenerators haben die Viertklässler Muriel Voß, Lise Schwenzer und Emil Czeschel mit ihrem Lehrer eine Bau-Anleitung im Internet entdeckt und die Einzelteile im Bauhaus kurzerhand zusammengekauft. Herausgekommen ist wenig später ein preiswerter Akku-Strumpfhosen-Salatschüssel-Generator, der tatsächlich eine kräftige Spannung aufbaut und kleine blaue Blitze überspringen lässt. Bis zu einer Entfernung von fünf, sechs Zentimetern, wie das clevere Trio schnell herausgefunden hat.

Professor Kay Rethmeier staunte nicht schlecht, als ihm die Piontkowski-Truppe ihr Werk vorstellte: Immerhin 40 000 Volt wurden im FH-Blitzlabor gemessen – bei diesem Wert atmeten alle Beteiligten erst einmal kräftig durch. Aber aufgrund der extremen kleinen Stromwerte muss sich niemand Sorgen um seine Gesundheit machen. Rethmeier nutzte die Gelegenheit, seine kleinen Gäste auf die einschlägigen Sicherheitsrichtlinien aufmerksam zu machen – kann ja nicht schaden für die Zukunft der Forscher in spe. Eine Art „Tüv-Plakette“ durften die Barkauer Grundschüler dann jedenfalls mit nach Hause nehmen – und die Hoffnung, dass ihre Konstruktion beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ einschlagen wird wie der Blitz.

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