Morgens um 5.09 Uhr : Schnelle Geburt im Rettungswagen

Immer wenn Eile geboten ist:  Mitunter werden Sanitäter und Notarzt zu Geburtshelfern.
Immer wenn Eile geboten ist: Mitunter werden Sanitäter und Notarzt zu Geburtshelfern.

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24. November 2016, 18:57 Uhr

Damit hatten die beiden Rettungssanitäter nicht gerechnet, als sie gestern in aller Herrgottsfrühe zu einem Notfall gerufen wurden. Dass sie nämlich in der folgenden halbe Stunde zu Geburtshelfern werden sollten. Ein aus dem Irak stammender Mann hatte sich ganz aufgeregt aus der Pickertstraße auf dem Kieler Ostufer per Notruf bei der Feuerwehr gemeldet, weil seine Frau in schweren Wehen lag.

Genau um 4.44 Uhr ging der Anruf in der Zentrale ein, wenige Augenblicke später schon düste ein Rettungswagen vom Standort in Gaarden los. Die Sanitäter trugen die hochschwangere Frau aus dem Mehrfamilienhaus durchs Treppenhaus in ihr Fahrzeug, als bereits der Geburtsvorgang einsetzte. Es war jetzt aber auch der Notarzt mit seinem Assistenten eingetroffen, zu viert kümmerte man sich um die 32-jährige Frau. Die Geburt verlief glatt, bereits um 5.09 Uhr erblickte das kleine Menschlein gesund und munter das Licht der Welt. Weil es der Mutter und dem neugeborenen Mädchen den Umständen entsprechend gut ging, durften der Vater und die beiden anderen Kinder der Familie (fünf und sieben Jahre alt) den Zuwachs persönlich begrüßen. Danach aber ging es – ohne Blaulicht – in die Klinik, wo Mutter und Kind weiter ärztlich versorgt wurden. Wie Michael Krohn, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr, gestern Abend mitteilte, sind solche Geburtshilfen nicht gerade Alltag bei der Feuerwehr, aber „sie passieren eben hin und wieder“. Er selbst war bereits drei Mal als Hebamme tätig und ahnt deshalb auch, was später in den Papieren des kleinen Mädchens als Geburtsort genannt wird: „Rettungswagen, Pickertstraße“.

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